Wie in einem geselligen Kaffeehaus mit Bastelstube

Jürgen Dettling

Von Jürgen Dettling

Di, 28. November 2017

Waldkirch

Hausfest in der Flüchtlingsunterkunft "Felsenkeller" in Waldkirch / Es war ein ständiges Kommen und Gehen.

WALDKIRCH (det). Reger Betrieb war beim Hausfest in der Flüchtlingsunterkunft "Felsenkeller", dem ehemaligen Hotel, in dem derzeit 73 Flüchtlinge wohnen – Einzelpersonen, Paare und Familien mit Kindern: Ein üppiges syrisch-afghanisches Buffet wartet auf die Besucher, Getränke und eine Fülle von selbstgebackenen Kuchen. An verschiedenen Tischen im Vorraum wird Weihnachtsschmuck gemacht, Lebkuchen können verziert und gleich mitgenommen werden. Der hintere große Raum verwandelt sich rasch in ein gesellig-heimeliges Kaffeehaus mit vielen ständig wechselnden Gesprächsgruppen. Ein junger Syrer spielt auf dem Saiteninstrument Oud, Eritreerinnen köcheln ihre Kaffeespezialität, Chinesinnen bereiten Tee in kleinen zierlichen Tassen. Kinder aller Länder wuseln herum, es ist ein ständiges Kommen und Gehen.

Frauke Witzel, Bildhauerin aus Winden, hat Specksteine und Werkzeug ausgebreitet und gibt Hilfestellung bei der Bearbeitung des weichen Materials. Daneben kann bei Ulrike Schräder, Keramikerin und Kunstpädagogin, gemalt werden. Beide haben Kurse für Flüchtlinge angeboten. Die Kaltnadelradierungen, die bei Ulrike Schräder entstanden sind, wurden ausgestellt. Frauke Witzel hatte am "Waldhaus" in Kollnau Sandstein mit jungen Flüchtlingen bearbeitet. Beide sagen übereinstimmend, dass sie mit diesen Aktionen Menschen helfen können, in ihren schwierigen Lebenssituationen ein Stück weit Kraft zu schöpfen. Einen Tisch weiter sitzen junge Araber und verwandeln mit großer Begeisterung Einmachgläser und ähnliche Utensilien in winterliche Dekorationsstücke.

Eingeladen zum Fest hatten der Caritasverband Emmendingen und die Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Wabe. Zwischen 150 und 200 Besucher dürften es am verregneten Sonntagnachmittag gewesen sein. Für die Initiatorin Bettina Lehnes ein Erfolg, auch weil ein paar Nachbarn gekommen sind, die noch nie da waren. "Es ist wichtig, etwas miteinander zu tun, so wie heute", sagt sie. "Heute sind so viele Nationalitäten da, Menschen aus Waldkirch, Geflüchtete aus den Unterkünften und Privatwohnungen, da entstehen eine Menge neuer Kontakte". Und sie hofft, dass sich auch ein paar neue Patenschaften für Flüchtlinge entwickeln. Diese Form der direkten Betreuung "von Mensch zu Mensch" schätzt die Caritas-Mitarbeiterin als ganz wichtig für die mittel- und langfristigen Integrationsbemühungen ein.