"Wie wird das begründet?"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 17. Februar 2018

Waldkirch

Brief der BKK-Mitarbeiter an Geschäftsführung und Aufsichtsrat.

WALDKIRCH. Ärzte und Pflegepersonal des Bruder-Klaus-Krankenhauses richten einen offenen Brief an dessen Geschäftsführung und Aufsichtsrat:

"Am 10. Januar 2018 erläuterten Geschäftsführer Bernd Fey und Dipl.-Ing. Peter Schmieg, Aufsichtsratsvorsitzender, bei einer Betriebsversammlung die Verkaufsabsichten für das Bruder-Klaus-Krankenhaus. Zum gleichen Zeitpunkt wurde eine Pressemitteilung, "Neue Orientierung für das BKK", verschickt. Für die frühe Information und die positive Wertschätzung der Mitarbeiter des Krankenhauses Waldkirch möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Wir, die Mitarbeitervertretung sowie Beschäftigte des BKK haben jedoch, aufgrund der bislang nur spärlichen Informationen und mangelnder Transparenz wichtiger Daten und Fakten, folgende Fragen an die Geschäftsführung sowie den Vorstand:
1) In der genannten Pressemitteilung erwähnen Sie, dass die strategische Allianz zum Beginn des Jahres 2000 zu folgendem Ergebnis führte: "So konnte mit dem Bruder-Klaus-Krankenhaus auch für die Menschen im Elztal die wohnortnahe Grundversorgung sichergestellt und im Bereich der Orthopädischen Chirurgie ein hochspezialisiertes Angebot vorgehalten werden." Als Ziel für die beginnenden Verhandlungen nennen Sie jedoch: "…das Haus im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens unter Erhalt der Arbeitsplätze fortführen zu können." Kann man daraus schließen, dass die wohnortnahe Grundversorgung und die orthopädische Chirurgie nicht Bestandteil des Verkaufsprozesses sein sollen?
2) Wiederum schreiben Sie, dass es "…naheliegend war, als Erstes Gespräche mit dem Kreiskrankenhaus Emmendingen und der BDH-Klinik Elzach zu suchen." Weshalb ist das naheliegend? Richten sich die Verhandlungen von vorneherein an Träger, die schwerpunktmäßig im Bereich Rehabilitation, Sozialwesen tätig sind, mit der Absicht, die orthopädische Chirurgie und die Grundversorgung und andere Bereiche, wie Innere Medizin, aus dem BKK nach Freiburg zu verlagern?
3) Umgekehrt lautet daher die Frage: Will die Geschäftsführung auch mit Trägern verhandeln, wie Helios, für die die orthopädische Chirurgie mit Schwerpunkt Endoprothetik und/oder die wohnortnahe Grundversorgung attraktiv sein könnten?
4) Wie bei der Betriebsversammlung geäußert, resultiert der Wunsch, das BKK abzugeben, auch aus der Absicht, den "Rest" des RKK, beispielsweise das St. Josefs- und/oder das Lorettokrankenhaus in Freiburg zu retten. Welche wirtschaftlichen Daten begründen diese Absicht? Es ist uns Beschäftigten derzeit nicht bekannt, weshalb das BKK wesentlich defizitärer sei als beispielsweise das Lorettokrankenhaus. Wie begründet sich der Vorteil der Kombination Loretto- plus St. Josefshaus gegen die Kombination BKK plus St. Josefshaus, zumal die beiden Krankenhäuser seit 2015 zertifiziert sind als Endoprothetikzentren?
5) Das BKK wurde nach Ihrer eigenen Darstellung bis 2011 umfassend generalsaniert. Nach unserem Wissen ist die Sanierung der Krankenhäuser in Freiburg noch nicht abgeschlossen. Wie wurden die anstehenden Sanierungskosten der Krankenhäuser in Freiburg in Ihrer Entscheidung für den Verkauf des Krankenhauses in Waldkirch berücksichtigt?
6) Wir Beschäftigte haben die Befürchtung, dass nunmehr die Filetstücke des BKK nach Freiburg verlagert werden sollen zur Rettung ebenfalls defizitärer Krankenhäuser des Verbundes und in Waldkirch eine leere, relativ wertlose Hülle zum Verkauf angeboten wird. Wir würden uns freuen, wenn Sie diesen Verdacht entkräften könnten.