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08. Oktober 2008
Starke Frau in Künstlerrunde
Premiere des musikalischen Schauspiels "Paula, Rilke und Rodin" im Tiengener Ali-Theater
WALDSHUT-TIENGEN (stub). Ich glaub an mich", wirft Paula Modersohn-Becker (Nadine Eisenhardt) im musikalischen Schauspiel "Paula, Rilke und Rodin" den begeisterten Zuschauern zornig an den Kopf. "Malen will ich mit aller Kraft", singt die Künstlerin allen Widerständen zum Trotz. Adelheid Kummle und das Akka-Ensemble setzten nach "Marie Curie" mit der Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907) erneut eine eigenwillige, starke Frau im vollbesetzten Ali-Theater in Szene.
Neben den Lebensstationen Paulas gibt die Texterin, Komponistin und Regisseurin Adelheid Kummle einen Einblick in das Leben von Rainer Maria Rilke (Ulrich Gröber), einem langjährigen Freund der Malerin, sowie in das Künstlerleben von Worpswede und Paris um die Jahrhundertwende. In szenischen Bildern, mit Liedern und vertonten Rilke-Gedichten untermalt, erleben die Zuschauer das Leben des Lyrikers und der Malerin des frühen Expressionismus. Den Einstieg bildet eine Szene des kleinen René Rilke (Leonie Gröber) mit seiner Mutter (Jutta Herrmann) in Mädchenkleidern. Als Student lernt Rilke dann seine 15 Jahre ältere Geliebte, die Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé (Anja Grimbichler) kennen. Sie veranlasst ihn, seinen Vornamen auf Rainer zu ändern. Paula, deren Eltern (Renate Rieck, Johannes Zeller) ihr eine Ausbildung an der Kunstschule Berlin ermöglicht haben, trifft in der Künstlerkolonie Worpswede auf die Bildhauerin Clara Westhoff (Birgit Gutmann), Rilkes spätere Frau, lernt ihren Mann, den Maler Otto Modersohn (Willy Riegger), den Künstler Heinrich Vogeler (Alexander Rochow) und den Dichter Carl Hauptmann (Claus Bingold) kennen.
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Paula hält es in Worpswede nicht lange aus, auch "Suppe, Knödel und Ragout" auf der Kochschule können sie nicht halten. Ihr Drang, sich künstlerisch weiterzuentwickeln führt sie mehrfach nach Paris, wo sie den Bildhauer Auguste Rodin (Eberhard Rieck) besucht und die Tänzerin Isadora Duncan (Eveline Fluck) kennenlernt. "Paula Modersohn-Becker war berauscht von der Malerei", so Adelheid Kummle. "Auch ich war beim Schreiben wie berauscht, habe oft die Zeit vergessen." Das Akka-Ensemble, das aus den Mitwirkenden des Musikschauspiels "Marie Curie" entstand, fand in der Laufenburger Musical-Darstellerin Nadine Eisenhardt eine ideale Ergänzung. "Eine bessere Paula hätte ich nicht bekommen können", sagte Kummle. Das bestätigten die Zuschauer mit kräftigem Applaus.
Mitwirkende: Nadine Eisenhardt, Claus Bingold, Alois Duffner, Eveline Fluck, Anja Grimbichler, Leonie Gröber, Ulrich Gröber, Birgit Gutmann, Herbert Herrmann, Jutta Herrmann, Roland Jordan, Rosi Matt, Eberhard Rieck, Renate Rieck, Willy Riegger, Alexander Rochow, Ines Zeller und Johannes Zeller. Klavier: Christian Seidel, Regie: Adelheid Kummle. Weitere Aufführungen: Ali-Theater Tiengen, Samstag, 11., 20 Uhr und Sonntag, 12. Oktober, 17 Uhr.
