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19. Juni 2017

Verdacht des Missbrauchs

Pensionierter Pfarrer aus Schweizer Kanton Aargau soll Jugendliche sexuell missbraucht haben.

  1. Ein Pfarrer aus dem Kanton Aargau soll sich jahrelang an Jugendlichen vergangenen haben. Foto: Symbolfoto: IMAGESETC(Fotolia.com)

KANTON AARGAU (az/luk). Der Fall eines Pfarrers aus dem Kanton Aargau, der jahrelang Jugendliche missbraucht haben soll, schockiert die Menschen in der Schweizer Nachbarregion. Neuen Informationen zufolge, soll der Pfarrer zuletzt während mehrerer Jahre in Kölliken gearbeitet haben. Dort ist man entsetzt über die Enthüllungen.

Die Nachricht, dass ein Aargauer Pfarrer wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch mit Jugendlichen verhaftet wurde, sorgte am Freitag für Schlagzeilen im Kanton und darüber hinaus. Laut SRF soll der 68-Jährige seine eigenen Enkel jahrelang missbraucht haben.

Gemäß neuen Recherchen des Regionalsenders Tele M1 hat der seit März Inhaftierte zuletzt mehrere Jahre in der Gemeinde Kölliken im Bezirk Zofingen gearbeitet. Bis ins Jahr 2001 waltete er dort als Pfarrer für die reformierte Kirche. In der 4000-Seelen-Gemeinde ist man schockiert über die Enthüllungen.

Einem Gutachten zufolge besteht Wiederholungsgefahr

"Kinder zu missbrauchen ist das Schlimmste, was man machen kann", sagt eine Rentnerin, die sich noch gut an den ehemaligen Dorfpfarrer erinnert, gegenüber Tele M1. "Das hätte ich niemals von ihm gedacht", erklärt eine andere Befragte.

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Auch Christoph Weber-Berg, der Präsident der Reformierten Landeskirche Aargau, zeigt sich bestürzt über den Fall des ehemaligen Kölliker Pfarrers. Im Gespräch mit Tele M1 beteuert er, dass es während der Tätigkeit des Beschuldigten nie Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben habe.

Weil das Zwangsmaßnahmengericht die Haftentlassung des Beschuldigten verfügt hatte, reichte die Aargauer Staatsanwaltschaft eine Beschwerde beim Obergericht ein, wie Mediensprecherin Elisabeth Strebel erklärt. Für sie ist klar, dass der 68-Jährige in Haft bleiben muss: "Der Staatsanwaltschaft liegt ein Gutachten vor, dass darauf schließen lässt, das beim Inhaftierten eine Wiederholungsgefahr besteht."

Laut weiteren Recherchen von Tele M1 soll der Beschuldigte Mitte der 80er und 90er Jahre auch in der Gemeinde Erlinsbach als Pfarrer tätig gewesen sein. Kurz vor seiner Pensionierung soll er im Kanton Schwyz gepredigt haben. Elisabeth Strebel dazu: "Weil der Mann in mehreren Kantonen als Pfarrer tätig gewesen ist, wollen wir herausfinden, ob der Fall vielleicht noch größere Dimensionen annimmt."

Autor: skk