Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
09. August 2012
Weg frei in den ersten Arbeitsmarkt
Kerstin Fenske und Fabian Melchert von der Akademie Himmelreich bei Prüfung für Beiköche und Restaurantfachkräfte erfolgreich.
KIRCHZARTEN/EMMENDINGEN. Stolz ist Kerstin Fenske und Fabian Melchert ins Gesicht geschrieben, als sie im Rahmen der Abschlussprüfung für Beiköche und Restaurantfachkräfte an der gewerblichen und hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen Schule in Emmendingen ihre Zertifikate überreicht bekommen. Derweil die Prüflinge noch schwitzen und ihr Fähigkeiten belegen müssen, können sie es sich gut gehen lassen. Die beiden Absolventen der Akademie Himmelreich haben längst gezeigt, was sie können.
"Ich bin immer wieder überrascht über das tolle Ergebnis, das die Absolventen der Akademie erzielen", betont Hartmut Möller, Geschäftsführer des Bereichs Berufsbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein. Beachtenswerte Leistungen würden durch die Zertifikate bescheinigt, so Möller. "Ihr habt euch angestrengt, gelernt und zuletzt euer Können unter Beweis gestellt", würdigt er die beiden Zertifikatsempfänger.Mit diesen werden den jungen Menschen mit geistiger Behinderung Fähigkeiten im Aufgabenbereich des Hotel- und Gaststättengewerbes bescheinigt, die sie sich in Modulen an der Akademie und in Praktikumsbetrieben angeeignet haben. Am Ende der einzelnen Qualifizierungsbausteine stehe eine durchaus anspruchsvolle Prüfung. Ziel des Nachweises sei es dabei, den jungen Menschen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt zu ebnen. "Bei 90 Prozent der Absolventen der Akademie gelingt dies auch", betont Katharina Katt, die Leiterin der integrativen Akademie Himmelreich. Kerstin und Fabian gehören dazu. Wie wohltuend es ist, seinen Platz in der Gesellschaft gefunden zu haben, ist dem 20-Jährigen Fabian deutlich anzumerken. Er hat seit April eine Anstellung im Seniorenzentrum March. Das Zertifikat bescheinigt ihm Fähigkeiten bei "vor- und nachbereitenden Arbeiten im Service". Diese kann er sowohl im dortigen Café, als auch in den Wohnbereichsküchen gut anbringen. Die Ausbildung an der Akademie sei ein tolles Sprungbrett für ihn gewesen, betont er. Erst habe er Sicherheit in den geforderten Techniken gewonnen und auf dieser Basis dann auch im Umgang mit den Gästen, beschreibt er die Herausforderungen. Als nächstes Ziel hat er sich vorgenommen, das Zertifikat in "Bedienen und Abkassieren" zu erlangen.
Werbung
Weitermachen hat sich auch die 21-jährige Kerstin Fenske fest vorgenommen. Nachdem sie im Roomservice schon sehr versiert ist, was ihr das Zertifikat bescheinigt, will sie nun das Modul "Frühstücksservice" angehen. Gelegenheit dazu, in diese Aufgabe schon einmal rein zu schnuppern, hat sie im City-Hotel in Freiburg jetzt schon. Dort hat sie seit 2011 eine Anstellung.
"Es ist toll, wie die jungen Menschen sich Baustein für Baustein erarbeiten", freut sich Hartmut Möller über den Erfolg der modularen Ausbildung für die geistig Behinderten.
Autor: Markus Zimmermann



