Wege zurück ins Arbeitsleben

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Fr, 26. Oktober 2018

Rheinfelden

Zwei Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit informieren im Familienzentrum über Möglichkeiten und Unterstützung.

RHEINFELDEN. Zu Gast im Familienzentrum Rheinfelden waren am Donnerstagmorgen Dorothea Trochim, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, und Viviane Neff, Wiedereinstiegsberaterin der Agentur für Arbeit. Sie berichteten den Besucherinnen über die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Agentur für Arbeit bei beruflichem Wiedereinstieg.

Die Zielgruppe
Gleich zu Anfang klärte Trochim die ausnahmslos weiblichen Besucher auf, dass ihr Angebot sich nur an Arbeitssuchende richte, die Arbeitslosengeld I beziehen, oder keinen Anspruch auf Bezüge hätten und außerdem entweder Kinder, kranke oder ältere Menschen betreuen. Sie käme nicht vom Jobcenter, sei darum nicht für Bezieher des Arbeitslosengelds II (Hartz IV) zuständig. Dort würden andere Regelungen gelten, zu denen sie keine Auskunft geben könne. Allein diese Tatsache löste bereits ein wenig Ratlosigkeit bei den meisten aus, denn nicht alle der anwesenden Frauen wussten so genau, in welche Sparte sie fallen, sind doch die Wenns und Abers der Regelungen nicht immer so leicht zu verstehen.

Das Angebot
Durchaus interessant ist aber das Angebot der Agentur für Arbeit, besonders für Mütter. So erzählte Trochim beispielsweise über die Möglichkeit einer Ausbildung in Teilzeit, für die, die noch nie eine Ausbildung gemacht hätten. Gerade die Ausbildung zur Erzieherin oder zur Kauffrau Büromanagement sei hier sehr gefragt. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten, um im gelernten Beruf wieder auf dem Laufenden zu sein, würden angeboten, ergänzte Neff. Teilweise auch in der Form des "virtuellen Klassenzimmers", das bedeutet, dass der Unterricht zwar zu festen Zeiten, aber von jedem Ort mit Zugang zum Internet besucht werden kann. Dazu gehören zum Beispiel Schulungen im Bereich EDV-Programme, Sprachen oder Steuerkenntnisse. Umschulungsangebote gäbe es auch, doch hier müsse jeder Fall genau geprüft werden. Grobe Rahmenbedingungen seien, dass der ursprünglich gelernte Beruf seit mindestens vier Jahren nicht mehr ausgeübt wird und in Zukunft auch nicht mehr ausgeübt werden kann, außerdem müsste die Person helfend tätig sein. Diese Info löste Diskussionen und viele Fragen aus, scheint hier doch recht großes Interesse zu bestehen. Meist einfach aus dem Grund, dass der alte Beruf schlecht mit Familie zu vereinbaren ist. Trotzdem ist genau dieses Angebot das, über das allgemein am wenigsten gesagt werden kann, denn hier seien die Fälle wirklich zu individuell, so Trochim.

Die Beratung
Beide Referentinnen legten den Interessierten nahe, doch mal in eine Beratung zu kommen. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann eine offene Sprechstunde besucht werden, sie ist komplett anonym und erfordert keine Anmeldung. Die nächste findet am Mittwoch, 14. November von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Agentur für Arbeit in Lörrach statt. Alternativ kann aber euch ein persönliches Beratungsgespräch über die Agentur für Arbeit abgemacht werden. Dieses dauert je nach Situation etwa eineinhalb Stunden. "Jeder Mensch ist anders, sowohl seine Ziele, als auch sein Hintergrund", so Neff, "deshalb versuchen wir unsere Beratung so individuell wie möglich zu gestalten und uns Zeit zu nehmen."

Das Fazit
Dies ist dann wohl auch die Summe des Ganzen, denn zwar gab der Besuch der Referentinnen einen Überblick über die Möglichkeiten der Unterstützung beim Wiedereinstieg durch die Agentur für Arbeit, was für den Einzelnen in Frage kommt, ist aber nicht einfach zu sagen, dafür sind die Situationen zu verschieden und der Paragraphendschungel zu dicht. Positiv ist die Tatsache, dass die Scheu vor einem Beratungstermin sinkt, wenn die Ansprechpartner schon bekannt sind.