Kunstrasen ist für zwei Vereine zu klein

FC Wehr im Clinch mit der Spielvereinigung

Hrvoje Miloslavic

Von Hrvoje Miloslavic

Fr, 11. Januar 2019 um 17:21 Uhr

Wehr

In Wehr gibt es einen Interessenskonflikt zwischen dem FC Wehr und den Fußballern der Spielvereinigung Wehr. Der Kunstrasenplatz im Frankenmattstadion ist mit zwei Vereinen zu voll.

"Die Frankenmatt ist der FC Wehr". Selbstbewusst gibt sich derzeit FC-Vorsitzender Matthias Kaiser. Angesichts der anstehenden Herausforderungen können die Kicker von der Frankenmatt Selbstvertrauen auch gut gebrauchen. Neben der Wiedergutmachung für eine wenig glanzvolle Bezirksligahinrunde der ersten Mannschaft, die auf dem zweitletzten Tabellenplatz steht, stehen auch nicht unerhebliche Differenzen mit der Spielvereinigung Wehr (Spvgg) für das Jahr 2019 wegen der Belegung des Kunstrasenplatzes an.

Der Vorsitzende des FC Wehr beschwört Einigkeit

Ausgerechnet in den sehr guten Spielen sei es dem FC Wehr nicht gelungen, die achtbaren Leistungen in Punkte umzumünzen, bedauert Matthias Kaiser rückblickend. Mit umständlichen Erklärungsversuchen für die schlechte Vorstellung der Ersten wollten sich Matthias Kaiser, Stellvertreter Thomas Kaiser und der Spielausschussvorsitzende Peter Eckert im Gespräch mit der Presse jedoch nicht aufhalten. "Wir sind für uns selbst verantwortlich", betont der Vorsitzende. Er beschwört Einigkeit und gib sich entschlossen: Alle Teile des Vereins – Aktive, Jugend, Alte Herren, die Schiedsrichter und der Förderverein – begriffen sich als ein Team. "Wir greifen wieder an", so seine klare Botschaft. Keinen Zweifel lässt Matthias Kaiser daran, dass gerade beim "Aushängeschild erste Mannschaft" der eigene Anspruch auf Zugehörigkeit zur Bezirksliga außer Frage stehe. Der FC Wehr sei stolz darauf, in den vergangenen Jahren zusammengewachsen zu sein. Dazu gehöre zwar auch, dass "alles hinterfragt wird". Schuldzuweisungen und personellen Schnellschüssen erteilt er aber eine klare Absage. "Trainer Michael Schenker wäre der Erste, der einen Schritt zur Seite macht, wenn es dem FC hilft", versichert der Vorsitzende.

Keine Schnellschüsse wird es auch in Fragen einer personellen Verstärkung des Spielerkaders geben. Nachhaltigkeit und Stabilität des Vereins hätten Vorrang vor finanziellen Risiken. "Der Verein wird seinen Prinzipien treu bleiben", verspricht Matthias Kaiser. Die Betonung der Nachhaltigkeit komme auch in einer intensiven Jugendarbeit zum Ausdruck, ergänzt Thomas Kaiser. Der Glaube an eigene Vereinsressourcen und Potentiale werde sich spätestens mit dem Heranwachsen der zu großer Hoffnung Anlass gebenden Spielern der B- und A- Junioren bestätigen, ist sich der stellvertretende Vorsitzende sicher.

Kritik an Terminkollision

Gespannt sein darf man auf die weitere Entwicklung des sich anbahnenden Interessenkonflikts zwischen dem FC Wehr und der benachbarten Spvgg Wehr, die in der Kreisliga B auf dem fünften Tabellenplatz steht. Bereits in der letzten Hauptversammlung kritisierte Matthias Kaiser die Termin- und Interessenkollisionen bei der gemeinsamen Nutzung des Kunstrasenplatzes. Bereits bei der Stadtverwaltung vorstellig geworden ist der FC Wehr mit der Forderung nach einem zweiten Kunstrasenplatz, der den in die Jahre gekommenen Hartplatz ersetzen soll. Aufgrund der starken Beanspruchung bedürfe der Kunstrasenplatz dringend einer Sanierung, erklärt Matthias Kaiser. Das Ausmaß der Mitnutzung der Spielstätte durch die Spvgg ist dem FC ein Dorn im Auge. Mehr noch: Matthias Kaiser plädiert inzwischen für eine "klare Trennung". Dass der FC dabei gewisse Vorrechte zu genießen berechtigt ist, steht für ihn außer Frage. Das Heimrecht des FC in der Frankenmatt sei schließlich historisch gewachsen, erinnert Matthias Kaiser. Der FC sei es gewesen, der das Thema vor einigen Jahren überhaupt auf die Tagesordnung, vor die Stadtverwaltung und in den Gemeinderat gebracht hätte. Zu bedenken sei außerdem die finanzielle Beteiligung des Vereins in Höhe von 70 000 Euro an den Kosten des Kunstrasenplatzes. Nach der Fertigstellung sei es versäumt worden, die natürliche Identifikation des FC mit der Frankenmatt festzusetzen und bei der Nutzungsregelung entsprechend zu würdigen, kritisiert Matthias Kaiser.

Thomas Kaiser erinnert an die gut aufgestellte Jugendabteilung, mit der der Verein auch soziale Verantwortung in der Stadt übernehme. "Spiel- und Trainingsbetrieb sind derzeit aber kaum aufrechtzuerhalten", stellt Thomas Kaiser fest.

Natürlich wolle er keinem anderen Verein seine Existenzberechtigung absprechen, versichert Matthias Kaiser. Der FC sei jederzeit zu Gesprächen mit der Spvgg bereit. Es sei aber dringend geboten, sich darauf zu verständigen, "gemeinsam Kapazitäten zu erweitern oder die Platzbelegung neu zu regen", so Matthias Kaiser.