Die Kunst als ein Abenteuer ohne festes Ziel

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 16. September 2017

Weil am Rhein

Ausstellung der taiwanesischen Künstlerin Wei Lin Yang im Stapflehus / Ein Teil ihrer Arbeiten entstand im Dreiländereck.

WEIL AM RHEIN (BZ). Im Stapflehus eröffnet am Sonntag, 17. September, um 14 die Ausstellung der taiwanesischen Künstlerin Wei Lin Yang, die zum ersten Mal ihre Kunst in Deutschland präsentiert. Möglich wurde diese Ausstellung dank Katherina Stalder, die Wei Lin Yang zu einem künstlerischen Austauschprojekt einlud. Yang präsentiert im Stapflehus sowohl Arbeiten, die sie in Taiwan gefertigt hat, als auch Arbeiten, die in Weil im Zuge des Austauschprojekts ab August entstanden sind.

Die meisten Arbeiten Wei Lin Yangs bestehen mehrheitlich aus Papier und Stoff. Im Vordergrund ihrer Arbeiten steht oft das Weben. Wei Lin arbeitet hauptsächlich mit Fasern verschiedener Materialien, die sie miteinander zu Kunstwerken verknüpft. Doch auch wenn sie viel mit Textilien und anderen Materialien arbeitet, so sei Papier ihr liebstes Material, sagt Wei Lin, die selbst Papier schöpft. Auch Bücher bindet sie selbst und nutzt dafür verschiedene Materialien. Wenn sie Kunst aus oder in Form von Büchern schafft, steht dabei nicht immer der erzählende Aspekt des Buchs im Vordergrund. Wei Lin schätzt vor allem die Form des Buchs und nutzt sie auf vielfältige Art. Dennoch spielen Geschichten und Wörter in ihren Werken oft eine große Rolle.

Sie hat chinesische Literatur studiert und fühlt eine starke Verbundenheit zwischen ihrer Arbeit und der Literatur. Für sie sei die Literatur stets der Ausgangspunkt. Die Idee sei wichtiger als das Visuelle. Viele ihrer Kunstwerke zeigen die Hingabe zum Wort, zum Beispiel dünne Papierbahnen auf denen sie in Chinesisch und Deutsch Gedichte verfasst hat. Die Ausstellungsstücke, die sie in ihrer Zeit hier gefertigt hat, fallen dem aufmerksamen Besucher auf.

Wei Lin arbeitet viel mit Fundstücken, die sie in ihre Kunstwerke mit einbezieht, und so erkennt man die Schweiz als vorübergehenden Wohnort auch in Wei Lins Arbeiten. In Wei Lins Augen ist ihre Arbeit in erster Linie ein Abenteuer, bei dem man nie genau weiß, wohin man geht und was man am Ende erwarten kann. Ihre Zeit, die sie im Dreiländereck verbracht hat, war ein ähnliches Abenteuer. Die Idee, was daraus werden sollte, war da, was aber tatsächlich entsteht, konnte niemand planen.

Für Wei Lin ist es das erste Mal, dass sie in einem fremden Land arbeitet. Während des Austauschprojekts habe sie das Leben hier kennengelernt und die Region nicht nur als Tourist gesehen. Interessant sei es gewesen. Die Arbeit mit Schweizer Fundstücken habe ihr viel Freude bereitet.

Der Aufbau der Ausstellung ist Wei Lin sehr wichtig. An jedem Ort wirke die Kunst ein wenig anders. Für die Künstlerin, die schon in großen Galerien in Taiwan ausgestellt hat, ist das Stapflehus ein völlig neuer Ausstellungsraum. Dennoch haben ihre Geschichten und Ausstellungsstücke auch dort einen Platz gefunden.

Die Ausstellung ist bis zum 8. Oktober jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.