Douglasie und Eiche im Fokus

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 13. Oktober 2017

Weil am Rhein

Forstbezirk plant 2018 im Stadtwald größere Aufforstungen.

KANDERN. Nicht nur den finanziellen Aspekt, sondern vor allem die Nachhaltigkeit haben Gemeinderat und Forstbezirk im Blick, wenn es um die Bewirtschaftung des Stadtwaldes geht. Das zeigt der Forstbetriebsplan für 2018, den der Verwaltungsausschuss am Montag positiv zur Kenntnis nahm. Er macht deutlich: Holzeinschlag und Neuanpflanzungen sollen sich zumindest die Waage halten.

Natürlich wirft der Kanderner Stadtwald, der als hochwertig gilt, auch 2018 wieder einen Gewinn ab. Dieser fällt mit voraussichtlich 34 855 Euro aber etwas geringer aus als in den Vorjahren. Das liegt vor allem an einer Steigerung bei den Kosten. So müsse aufgrund von Tariferhöhungen mit mehr Personalkosten kalkuliert werden, schilderte Rechnungsamtsleiter Benedikt Merkel. Vor allem schlage bei den Ausgaben aber die neu abzuführende Umsatzsteuer zu Buche. Denn nach einem kartellrechtlichen Urteil seien nun auch Forstbetriebsgemeinschaften umsatzsteuerpflichtig, führte Merkel weiter aus. Im Falle von Kandern erhöht sich dadurch der Forstverwaltungskostenbeitrag an den Landkreis um 8400 Euro.

Im Vermögenshaushalt sind für Waldankäufe und Waldverkäufe jeweils 50 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Das Ziel, den städtischen Waldbesitz zu arrondieren und möglichst große, zusammenhängende Flächen zu schaffen, wird also weiter verfolgt. Außerdem sind für den Waldwegebau 6000 Euro vorgesehen. Zudem möchten Revierförster Reiner Dickele und Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer im kommenden Jahr den Walderlebnispfad um eine neue Station erweitern.

Im kommenden Jahr ist ein Einschlag von 7280 Festmetern Holz vorgesehen, 80 Festmeter mehr als im laufenden Jahr. Aus ihrem Verkauf sollen 489 355 Euro erlöst werden. "Trotz einer höheren Menge an Festmetern erzielen wir 2018 weniger Erlöse", stellte Rudolph Mayer fest. Woran dies liege, werde er die Forstexperten fragen, wenn diese in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen den Forstbetriebsplan erläutern.

Als positiv bewertete Mayer, dass neben Holzeinschlag und Verkauf die Neuanpflanzung nicht aus den Augen verlosen wird. "Wir wollen nicht nur ernten, sondern auch dafür sorgen, dass Holz wieder nachwächst. Nachhaltigkeit muss das oberste Ziel sein", meinte Mayer. Aus seiner Sicht könnten die Nachpflanzungen sogar noch umfangreicher sein. Diese fallen 2018 mit 2100 Douglasien und 2200 Eichen gleichwohl stattlich aus. Diese beiden Baumarten – Douglasien gelten als besonders robust gegenüber Klimaveränderungen und Eichen liefern sehr hochwertiges Holz – will der Forstbezirk besonders fördern.

Wie die Aufforstungen vorgenommen werden, ob punktuell oder zusammenhängend in Form neu angelegter Schonungen, wollte Kaja Wohlschlegel wissen. Dazu aber verwies Merkel auf die Gemeinderatssitzung mit Revierförster und Forstbezirksleiter. Willi Weiß vermutete, dass ein Großteil der neuen Eichen auf Gemarkung Holzen gesetzt wird, denn hier seien in den vergangenen Jahren größere Rodungen erfolgt.

Der Forstbetriebsplan 2018 wird nun den Ortschaftsräten vorgelegt.