Ein Riesenspaß auf Rollen

Elena Borchers

Von Elena Borchers

Do, 24. Mai 2018

Weil am Rhein

Kinderjugendpflege und RSV bieten erstmals Rollhockey-Training als Ferienprogramm an / Spaß und Bewegung im Vordergrund.

WEIL AM RHEIN. Zum ersten Mal bietet die Stadtjugendpflege in diesem Jahr ein dreitägiges Kinderferienprogramm gemeinsam mit dem Roll- und Schlittschuhsportverein (RSV) an. Seit Mittwoch und noch bis Freitag lernen die zehn Teilnehmer zwischen sieben und zwölf Jahren, wie man sich sicher auf Rollschuhen bewegt und dabei auch noch einen Ball mit einem Hockeyschläger in ein kleines Tor befördert. Zwei Spieler des RSV unterstützen sie dabei.

"Kommt mal alle zusammen, wir probieren jetzt was aus", ruft Felix Furtwängler durch die Rollsporthalle. Der 25-Jährige ist seit 15 Jahren Mitglied des RSV und spielt, wenn er sich nicht gerade um den potenziellen Nachwuchs kümmert, in der ersten Rollhockey-Herrenmannschaft. Die zehn Jungs und Mädchen kommen von allen Seiten der Bahn angerollt. Sie hatten schon den ganzen Morgen Zeit zum Üben, und das sieht man auch. Ab und zu fällt mal einer hin, steht aber sofort wieder auf. "Da Chantalle und Akebia jetzt auch gerade Rollschuhe an haben, spielen wir zur Abwechslung mal Rollschuhfußball", kündigt Max Schmidle, ebenfalls Mitglied im RSV, an.

Chantalle Fischer ist Duale Studentin der Stadt, Akebia Gayer arbeitet, eingestellt über die Dieter-Kaltenbach-Stiftung, bei der Stadtjugendpflege. Die beiden betreuen die Kinder an den drei Tagen von jeweils zehn bis 15 Uhr und kümmern sich auch um das gemeinsame Mittagessen. Das ist an diesem Mittwochnachmittag jedoch schon längst wieder verdaut und die Kinder wollen endlich wieder fahren.

Und das dürfen sie auch. Im Pulk rollen alle gemeinsam dem Fußball hinterher und versuchen, ihn in eines der kleinen Tore zu befördern – gar nicht so leicht mit vier Rollen an den Füßen. Doch es scheint sichtlich Spaß zu machen, und das ist den Veranstaltern das Wichtigste.

"Wir wollen den Kindern einen sportlichen Ausgleich bieten und ihnen etwas Neues zeigen", erläutert Gayer, die privat Kontakte zum RSV hat, wodurch die Kooperation auch zustande kam. "Vielleicht entscheiden sich dann ja auch ein paar, das weiter zu machen und dem Verein beizutreten." Freuen würde man sich beim RSV sicherlich darüber, denn, wie viele Vereine, hat auch dieser laut Furtwängler mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Dem Sportler ist aber noch etwas anderes wichtig: "Wir möchten den Rollhockey einfach bekannter machen, in Deutschland ist das eine Randsportart und kaum bekannt."

Wenn das Pilotprojekt, wie Gayer es nennt, ein Erfolg wird, möchte die Stadtjugendpflege es zusammen mit dem RSV weiterhin anbieten. "Dann aber gerne für eine Woche, nicht nur für drei Tage", so Gayer.

Unbekannte Sportart macht viel Spaß

Und wenn man die Kinder so anhört, die schon am ersten Tag begeistert sind, stehen die Chancen für eine Wiederauflage des Ferienprogramms ganz gut. "Ich finde Rollschuhe cool und hier kann man Rollschuh fahren und Hockey lernen und das zusammen mit seinen Freunden", sagt die elfjährige Dunja. Amanda (9) und ihre Geschwister wollten einfach mal schauen, wie es so ist, und haben sehr viel Spaß am Spielen. Luka (7) trainiert zu Hause Rollhockey und kann sich vorstellen, in den RSV einzutreten. Am schwierigsten findet er das Bremsen. Auch der neunjährige Markus kann sich vorstellen, weiter Rollhockey zu spielen, genauso wie Mona (12) die das Ferienprogramm einfach nur "über cool" findet.