Weil am Rhein

Ein weiteres Kleinod aus der Lofo-Geschichte ist gesichert

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Mi, 28. Februar 2018 um 19:18 Uhr

Weil am Rhein

Dem Feuerwehr-Traditionsverein in Weil am Rhein ist es gelungen, ein weiteres Stück städtischer Feuerwehrgeschichte aus den Beständen der aufgegebenen Firma Lofo zu bewahren.

Heute, Mittwoch, nahmen Vorsitzender Joachim Bartusch und sein Stellvertreter Bernd Mehlin eine historische, 1926 gebaute Leiter aus Holz in Besitz.

Ganz wesentlich dazu beigetragen, dass das Kleinod künftig den Fundus des rührigen Vereins bereichert, haben der statthaltende Geschäftsführer der Firma Lofo, Dirk Uhrhan, und Shaun Barker vom britischen Spezialunternehmen O’ Brien, das derzeit den Rückbau der Gebäude und technischen Anlagen auf dem Betriebsgelände des insolventen Unternehmens an der Lustgartenstraße vornimmt.

An das Unternehmen mit Sitz in East Boldon wurde nach der groß angelegten Versteigerungsaktion im vergangenen Sommer das restliche bewegliche Anlagevermögen veräußert. O’ Brien ist darauf spezialisiert, weltweit Industrieanlagen, Krankenhäuser und andere Bauten, die stillgelegt wurden, zu verwerten.

Weil Uhrhan wusste, dass der Traditionsverein, der bereits den Feuerwehroldtimer der früheren Lofo-Werkswehr ersteigert hatte, auch an der Leiter großes Interesse hat, fragte er bei Barker und seinem Kollegen Paul Anderson nach, ob sie nicht bereit wären, das historische Gerät dem Verein zu spenden. "Nach nur kurzer Bedenkzeit kam auch schon die Zustimmung", schildert Uhrhan.

Bartusch und Mehlin bedankten sich mit lokalem Wein, einer süßen Spezialität und einer Krawattennadel des Vereins bei den Engländern. Die Leiter, so geht aus dem Feuerwehrarchiv hervor, war einst wohl in den Diensten der Stadt. Als diese die erste hydraulische Feuerwehrleiter anschaffte, ging der rein mechanische hölzerne Einachser des Herstellers Magirus offenbar an die Lofo-Werkswehr.

Die Leiter kann mit Kurbeln aufgerichtet und dann ausgefahren werden. Dabei sind Winkel zwischen 60 und 78 Grad sowie Steighöhen von rund 15 Metern möglich. Sie scheint bestens in Schuss zu sein und soll auch in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Vorerst kann die historische Leiter in einer der Hallen auf dem Lofo-Areal, das die Stadt bekanntlich erwerben wird, untergestellt bleiben.