Eine schöne Begegnung

Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Di, 21. April 2015

Weil am Rhein

Das Konzert der Musikschulen von Weil und Hüningen war viel Arbeit, hat sich aber gelohnt.

WEIL AM RHEIN. Satter Bigband Sound, zupackend und mit Drive, dazu zwei Gesangsensembles mit jazzigen Harmonien und Charme – Bonds Bigband von der Musikschule Weil und zwei Gesangsklassen von der Musikschule Hüningen gaben am Samstag im Haus der Volksbildung ein mitreißendes Konzert. Am Sonntag war es im Kulturzentrum Le Triangle in Hüningen noch einmal zu hören. Es war das zweite Mal, dass die beiden Musikschulen zusammen ein Konzert gestalteten.

Bigband und Chor – eine ungewöhnliche Kombination? Christian Leitherer, Bandleader und Musikschullehrer aus Weil, empfand sie als Chance, mit verschiedenen Stilen und Besetzungen zu experimentieren vom Jazzstandard bis hin zu Filmmusik und Hits.

Locker und zügig stimmte Bonds Bigband den Klassiker "Route 66" an, lässig legten die erwachsene Gesangsklasse von Elodie Lauton jazzige Harmonien darüber und weckte Fernweh. Stéphane Mangold sang zum satten Drive der Band den Sinatra-Song "They can’t take that away from me" und berührte mit seiner markanten, warmen Stimme. Überraschend war, wie unterschiedlich die zwei Versionen von Lady Gagas "Pokerface" klangen. Zuerst spielte Bonds Bigband den Hit – mitreißend, mit sattem Bass und farbigen Akzenten von Saxophonen und Trompeten. Dann interpretieren die beiden Sängerinnen Cynthia Metzger und Myriam Haas das Stück – sinnlich und voll Spannung.

Auch die Mädchen von Elodie Lautons jüngerer Gesangsklasse wussten ihre Stimmen charmant und selbstbewusst einzusetzen. Zum Beispiel beim Lied "On Broadway", das sie sicher und in leicht jazzigen Harmonien zum satten Groove der Bigband sangen. Auch Ungewöhnliches erklang bei diesem Konzert, etwa ein quirliges Kinderlied und ein swingender Shanty.

Acht Wochen lang habe man intensiv miteinander geprobt, berichtet Christian Leitherer nach dem Konzert. Man traf sich mal in der Musikschule von Weil und mal in Hüningen. Doch die beiden Standorte und die zwei verschiedenen Sprachen waren, so scheint es, nicht die größte Herausforderung. Eine ganz neue Erfahrung für alle war das gemeinsame Musizieren. Die Noten mussten umgeschrieben und neu arrangiert werden. Musiker und Sänger mussten immer wieder aufeinander warten und aufeinander hören. "Es war viel Arbeit", sagte Christian Leitherer.

Doch die Mühe hat sich ganz offensichtlich gelohnt. Die Musik kam an. Die Zuhörer wippten mit, applaudierten und pfiffen anerkennend. Bei "Follow me", dem flott gespielten Ohrwurm, klatschten sie spontan mit. Obwohl das Haus der Volksbildung nicht einmal zur Hälfte besetzt war, war die Atmosphäre entspannt. Die Zugabe fiel allerdings aus. Man habe einfach keine Zeit mehr gehabt, eine solche einzustudieren, bedauerte der Bandleader.

Stattdessen gab es am Ende noch ein Geburtstagsständchen. Mit einem flotten "Happy Birthday" gratulierten die Sängerinnen aus Hüningen dem Bigband-Trompeter Frederik Leitherer. Offensichtlich ist zwischen den Sängern und Musikern aus Hüningen und Weil am Rhein während der acht Probewochen eine schöne Freundschaft entstanden.