Heiße Abende bei Rock am Rhy

Antje Gessner

Von Antje Gessner

Mo, 20. Juli 2015

Weil am Rhein

Verhaltener Auftakt, aber Samstagnacht geht die Post ab.

WEIL AM RHEIN. Am Wochenende hat sich der Weiler Yachthafen in ein Festivalgelände verwandelt: Bei "Rock am Rhy" konnten die Besucher tolle Rockmusik hören und dabei die Abendstimmung am Rhein genießen. Der organisierende Musikverein Haltingen zeigte sich am Ende der beiden Festivaltage zufrieden. Der Freitagabend und der Nachwuchswettbewerb waren zwar nur mäßig besucht, aber das Samstagabendprogramm kam prima an.

Keine Massen waren gekommen, doch aber mehrere hundert Besucher an beiden Tagen. Das war vielleicht auch das Angenehme an diesem Festival: kein Schlangestehen am Eingang oder an den Bars, kein Gedränge auf der Tanzfläche, kein Gerempel. Die Stimmung war von Anfang bis Ende entspannt. In kleinen Gruppen trafen die Besucher am Freitagabend auf dem Festivalgelände ein. Bei 35 Grad im Schatten bevorzugten es die meisten dann, an den Bars etwas zu trinken oder sich auf den zahlreichen Bänken auszuruhen – Chill out. Feierabendstimmung.

Auftakt mit ExemQ,

aber keiner will tanzen
Da fühlte sich die Lörracher Rockband ExemQ ein wenig allein gelassen oben auf der Bühne, als sie "I love Rock ’n’ Roll" zum Besten gab. Außer zwei jungen Baslerinnen, die unermüdlichen hin und her hüpften, war gegen 21 Uhr kaum jemand zum Tanzen zu bewegen. "Ihr seid so schüchtern", rief der Bandleader von der Bühne. Kurzerhand holte er die beiden Tänzerinnen und eine Blonde mit Blume im Haar auf die Bühne, um das Eis zu brechen. Die drei sollten als Backgroundsinger "Give it to me" ins Mikro singen. Das sorgte für Erheiterung. Und als ExemQ zum Schluss "Highway to hell" von ACDC spielte, war das Publikum schon ein wenig näher an die Bühne herangekommen. Davon profitierte später auch die Band "Red Folding Chair", die den zweiten Part des Abends übernahmen und beim Publikum mit ihrer Mischung aus Pop und Rock gut ankamen.

Partystimmung

am Samstagabend
Beim Wettbewerb der Nachwuchsbands am Samstagnachmittag hätten sich die Veranstalter etwas mehr Publikum gewünscht. Aber die Temperaturen forderten ihren Tribut. Das merkte man auch noch beim Auftritt des Vorjahressiegers Lukas Herbertson mit seiner Band und im Anschluss beim Gitarrenduo "Euca Lypdos". Doch je tiefer sich die Sonne senkte, desto lebhafter wurde es auf dem Festivalgelände. Und am späteren Abend ließ das Publikum dann nicht mehr auf sich warten. Als die Soul Sisters Blond um 22 Uhr auftraten, herrschte richtige Partystimmung. Wie es sich die Organisatoren gewünscht hatten, mischten sich die Generationen, weil die Musik offenbar alle ansprach. Mit Klassikern wie "Cocaine", "Sweet home Alabama" und "Have you ever seen the rain" eröffnete die Band und begeisterte augenblicklich.

Soul Sisters Blond – so gut

wie das Original Santana
Höhepunkt des Konzerts der Soul Sisters die in der Besetzung Vocal, E-Gitarre, Percussion, Keyboard, Orgel auftraten, war dann eine ganze Abfolge von Santana-Hits, bei denen "Samba pa ti" natürlich nicht fehlen durfte. "So gut wie das Original" waren sich einige Santana-Fans im Publikum einig. Die Soul Sisters Blond spielten perfekt und brachten den unvergleichlichen Sound von Santana mit den typischen Trommeln und der dominanten E-Gitarre auf die Bühne. Mit "Hotel California", "Shades of Grey", Songs von Smokie und Status Quo ging es weiter im Programm und um Mitternacht waren die Band und das Publikum noch so frisch, als hätte der Abend gerade erst angefangen.

Musikverein als

umsichtiger Organisator
Der Musikverein Haltingen hat "Rock am Rhy" zum zweiten Mal mit vielen ehrenamtlichen Helfern organisiert. Es war für alles gesorgt. Mehrere Bars boten eine große Auswahl unterschiedlicher Getränke an, für Hungrige gab es einen Grillstand oder die Möglichkeit im Restaurant zum Bootssteg zu essen, wo zusätzliche Bierbänke aufgestellt waren. Dank DRK und DLRG war während des ganzen Festivals für die Sicherheit der Besucher gesorgt. Der Parkplatz lag zwar fast einen Kilometer vom Festivalgelände entfernt. Doch der Fußweg zwischen Yachthafen und Parkplatz war nachts durch Beleuchtung und patrouillierende Helfer in Warnwesten gesichert. Alle Helfer des Musikvereins trugen türkisfarbene Shirts mit dem Aufdruck "Rock am Rhy", so dass sie als Ansprechpartner leicht erkennbar waren. Sie alle wirkten engagiert und freundlich und trugen zur guten Stimmung bei. Dank moderater Eintrittspreise zwischen 8 und 11 Euro wurde vom Besuch des Festivals niemand von vorneherein ausgeschlossen. Der Getränkeverkauf half, die Unkosten zu decken.

Fazit: Ein Sommerfest, das allemal als Partytipp taugt, wenn das Wetter mitspielt. Aber nach Regen im vergangenen Jahr war’s dieses Mal teilweise einfach zu heiß.