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19. Juni 2017

Im Tam läuft’s richtig rund

Die Bilanz der ersten 100 Tage als Theaterchef fällt für Klaus-Peter Klein sehr positiv aus.

  1. Ein starkes Team auf der Bühne und hinter den Kulissen: Theaterleiter Klaus-Peter Klein und Schauspielerin Emine Akman Foto: Frey

WEIL AM RHEIN (ros). Die ersten 100 Tage als Theaterleiter hat Klaus-Peter Klein erfolgreich hinter sich. "Es läuft sehr gut", sagt der neue Chef des Theaters am Mühlenrain, der sich inzwischen gut eingearbeitet hat in das Theatergeschäft und den Bürobetrieb hinter den Kulissen. Der Übergang sei problemlos und fließend gelaufen, erzählt Klein, der seit Anfang März das "Tam" von der Stadt gepachtet hat und sich mit viel Schwung und Ideen in die neue Aufgabe und die Theaterarbeit gestürzt hat.

Von Seiten der Besucher, aber auch im Bekanntenkreis sei sein Start als Theaterleiter "sehr positiv" aufgenommen worden. "Die Leute sind froh, dass es im Tam weitergeht". Schließlich gab es immer wieder Unsicherheiten über die Zukunft des beliebten Theaters. Klaus-Peter Klein sorgt nun dafür, dass es in kontinuierlichen Bahnen weiterläuft. "Ich habe nicht von Null angefangen, einige Künstler im Programm waren schon gebucht", sagt Klein, der in der Übergangsphase vom Tam-Gründer Erwin Sütterlin unterstützt wurde.

Die meisten Vorstellungen seit März sind "ganz gut verkauft" gewesen. Als absoluter Renner hat sich die Tam-Team-Komödie "Häxxeschüss" erwiesen, die 30 Mal aufgeführt wurde. Im Schnitt waren es 60 Besucher pro Vorstellung, was 1800 Zuschauer macht. Der Einzugsbereich des Publikums reicht weit über Weil hinaus. "Wir haben Besucher aus dem Wiesental, dem Hotzenwald, aus Grenzach-Wyhlen, Rheinfelden, sogar aus Freiburg", so Klein, der die Erfahrung gemacht hat, dass Komödien und Kabarett am besten ziehen.

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Viele Künstler kommen auf Klein zu, auch solche, die bisher noch nicht im Tam aufgetreten sind. Auf YouTube könne er sich die Schauspieler, Kabarettisten und Musiker ansehen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. "Das geht heute relativ einfach und hat schon Vorteile", so Klein. Auch auf der Kleinkunstbörse in Freiburg schaut er sich nach geeigneten Künstlern um. So hat er einige Neue entdeckt und für die kommenden Monate engagiert.

Als erste eigene Produktion als Tam-Chef bringt Klein am kommenden Samstag, 24. Juni, die Komödie "Ehekracher" heraus: ein Zwei-Personen-Stück von Johannes Galli, in dem er zusammen mit Emine Akman spielt. "Es war mein Wunsch, als Schauspieler mehr auf der Bühne zu stehen", sagt Klein. In Emine Akman hat er eine engagierte Schauspielerin und Theaterpädagogin zur Seite, mit der er auf der Bühne und hinter den Kulissen ein starkes Team bildet. "Wir verstehen uns ganz prächtig", sagt Klein. Es war ihm wichtig, dass die Theaterkurse, Theaterworkshops und Märchen für Kinder zum Mitmachen, die Emine Akman betreut, Teil des Angebots im Tam bleiben. "Es ist ein echter Glücksgriff", freut sich Klein über die harmonische Zusammenarbeit mit Akman. Die Schauspielerin ist im Stück "Ehekracher" nicht nur seine Bühnenpartnerin, sondern führt auch Regie.

Das Tam bietet auch in den Sommermonaten etwas. Am 7. Juli gastieren die "Knaschtbrueder" mit alemannischen Liedern, am 12. August bringt das Duo Tina & Jo mit Folk- und Popsongs aus der 60er und 70er Jahren einen Hauch von Flowerpower ins Tam. Außerdem gibt es im August Ferien-Theaterworkshops.

Voll durch startet das Programm am 2. September mit der Schauspielerin Kerstin Fernström und ihrem Solo "Haie küsst man nicht". Am 8. September hat eine hauseigene Tam-Produktion Premiere: das Zwei-Personen-Stück "Runter zum Fluss" von Frank Pinkus. Klaus-Peter Klein und Sandra Trefzer, das komödienerprobte Traumpaar des Tam-Theaters, spielen in dieser Komödie zwei Feriengäste, die sich auf einem Campingplatz in Frankreich treffen. Sie ist eine quirlige Busfahrerin, er ein biederer Standesbeamter, deren Ehepartner nach einem handfesten Streit mit Auto und Zelt abgehauen sind. "Das Stück liegt seit fünf Jahren in meiner Schublade", freut sich Klein, dass es endlich klappt mit dieser "schönen, witzigen Komödie", bei der Emine Akman Regie führt. Vier Mal wird das Stück im Tam gespielt, ein weiteres Mal als Freilicht-Aufführung in Binzen.

Im Herbstprogramm sind außerdem der Hand-Schattenspieler und Kabarettist Günter Fortmeier und der Musikkabarettist Konstantin Schmidt angesagt. Zudem sind Gastspiele von "Karins Schopftheater" aus Tumringen mit "Love Letters" und dem Stück "Riverside Drive" von Woody Allen geplant. Nach einem Jahr Pause ist auch die Brezelstädter Laienbühne wieder im Tam zu erleben.

Autor: ros