Von dem Geld können viele profitieren

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Mi, 16. November 2016

Weil am Rhein

Mit einer Information für Haus- und Wohnungseigentümer geht Sanierungsprogramm "Ortsmitte Friedlingen" in die Umsetzung.

WEIL AM RHEIN. Nach eineinhalb Jahren intensiver planerischer Vorbereitung erfolgte am Montagabend im Rahmen des Sanierungsprogrammes "Soziale Stadt" und des energetischen Quartierskonzeptes für Friedlingen der erste aktive Schritt: Stadtverwaltung und Planer informierten im Kesselhaus rund 20 Wohnungs- sowie Hauseigentümer über die Ziele, die man mit den Zukunftskonzepten verfolgt, sowie über Fördergelder, die für private Maßnahmen an Gebäuden beantragt werden können, die diesen Zielen dienen.

Erster Bürgermeister Christoph Huber betonte eingangs, dass man mit dieser Veranstaltung den Friedlinger Dialog fortsetzen wolle. Deshalb habe man "locker gestuhlt", so dass Referenten und Zuhörer nach den allgemeinen Informationen noch in kleiner Runde ins Gespräch kommen könnten. Dieses Angebot wurde denn auch rege wahrgenommen.

Das definierte Sanierungsgebiet umfasst die Bebauung entlang der Hauptstraße, den Rheinpark, die kirchlichen und sozialen Einrichtungen an der Riedlistraße sowie den Bereich zwischen Colmarer-, Tulla-, Bayer- und Hauptstraße. In diesem Gebiet sollen Wohnqualität und soziales Miteinander zukunftweisend gefördert werden, weshalb auch Initiativen wie etwa der Stadtteilverein wichtige Partner sind (siehe separaten Bericht).

Rüdiger Kunst von der Kommunalen Stadterneuerung GmbH aus Freiburg, der die Stadt die Moderation und Planung übertragen hat, führte aus, dass kommunale Maßnahmen, etwa zur Aufwertung des Rheinparkes, mit privaten Verbesserungen einhergehen sollen, wobei für investive Projekte bundesweit Fördergelder in Höhe von 150 Millionen Euro zur Verfügung stünden. Gefördert werde eine breite Palette von Maßnahmen, von der Verbesserung von Belichtung und Belüftung, über die Dachdämmung und den Dachausbau bis zur Modernisierung von Heizungs- und Sanitäranlagen.

"Förderempfänger ist dabei zunächst die Stadt", betonte Rüdiger Kunst, weshalb es ganz wichtig sei, private Maßnahmen zunächst mit der Sanierungsstelle im Rathaus abzusprechen und dabei die kostenlose Beratung der Freiburger Planungsgesellschaften Stadt Erneuerung und Endura Kommunal, die das energetische Quartierskonzept ausarbeitet, in Anspruch zu nehmen (siehe Infobox und separaten Bericht rechts). Die Stadt fördert private Maßnahmen mit 20 Prozent der investiven Kosten, wobei der Förderhöchstbetrag auf 20 000 Euro festgesetzt wurde. Aber auch darüber hinaus gibt es Unterstützungsmöglichkeiten, von vergünstigten Darlehen bis zu steuerlichen Abschreibungsmodellen.

Um in den Genuss der Zuschüsse zu kommen, sei es unerlässlich, nach einer ersten Besprechung und einem Ortstermin mit der Stadt eine Modernisierungsvereinbarung abzuschließen, die Inhalt, Kosten, Zuschussquote, Umsetzungszeitraum und Abrechnungsmodalitäten des jeweiligen Projektes genau festlegt, erläuterte Kunst die Reihenfolge der zu unternehmenden Schritte. "Ohne Vertrag keine Förderung", machte er klar.

Das Sanierungsprogramm ist auf einen Bewilligungszeitraum von acht bis zehn Jahren angelegt. Dennoch riet Kunst dazu, mit geplanten Maßnahmen nicht zu lange zu warten, denn auch dieser üppig gefüllte Fördertopf sei irgendwann leer.