AUFSTEIGER: "Es gab öfter Wurstsalat"

Aufgezeichnet: Hannes Selz

Von Aufgezeichnet: Hannes Selz

Do, 14. Juni 2018

Kreisliga Hochrhein

81 Punkte, 108 Tore: RW Weilheim spielt in der Kreisliga A Ost groß auf und steigt direkt wieder auf / Kapitän Axel Wilms blickt zurück.

In einer Serie porträtieren wir die Aufsteiger im Amateurfußball. Heute: der FC RW Weilheim – Aufsteiger in die Bezirksliga. Nach dem bitteren Abstieg im vergangenen Jahr geht es nach einer beeindruckenden Saison (81 Punkte) wieder hoch. Trainer Lars Müller, der eine Pause einlegt, übergibt Dietmar Knab im Sommer ein Bezirksligateam. Kapitän Axel Wilms blickt auf die Spielzeit zurück.

Welcher Satz fasst die Saison am besten zusammen?
Souverän und harmonisch von Anfang bis Ende.

Mannschaftliche Geschlossenheit vorausgesetzt – was war darüber hinaus ein wichtiger Erfolgsfaktor?
Harte Arbeit, viel frischer Wind aus der A-Jugend und dass wir auf der Bank sehr gut besetzt waren. Oftmals waren unsere Gegner nach der 70. Minute kaputt und wir konnten nochmal 1:1 wechseln.

Die beste Anekdote der Saison?
Fabian Zumkeller wurde in einem Spiel ausgewechselt und hat dann doch tatsächlich gefragt, ob er noch einmal eingewechselt wird.

Welchen Moment dieser Spielzeit werden Sie in besonderer Erinnerung behalten?
Mein 50-Meter-Tor in Bad Säckingen am vorletzten Spieltag. Und mein erstes Spiel nach meinem Leistenbruch in Bergalingen: Meine ersten fünf Ballkontakte sind zum Gegner, der sechste ist im Bergalinger Torwinkel gelandet.
Welcher Saisonerfolg war der vielleicht wichtigste?
Zum einen der 6:1-Sieg im Hinspiel gegen Nöggenschwiel. Ich bin zwar nicht direkt aus Weilheim, aber die Weilheimer haben immer gesagt: Die Meisterschaft ist egal, Hauptsache wir schlagen Nöggenschwiel. Zum anderen waren die beiden Siege gegen unseren direkten Konkurrenten Waldshut sehr wichtig.
Wer war der Spieler des Jahres – nicht nur sportlich?
Markus Flum, und das nicht nur wegen seiner vielen Tore. Er war in jedem Training, hat immer gut trainiert. Und: die beiden Youngster über Außen Fabian Zumkeller und Sebastian Schmidt. Die haben ordentlich Tempo in unser Spiel gebracht.

Welcher Spieler musste die meisten Kisten zahlen?
Wir haben keine Liste geführt, aber es gab öfter Wurstsalat, den man bei uns für die Mitspieler mitbringen muss, falls man die Kickschuhe oder Schienbeinschoner vergisst.

Wer hat sich auf der Aufstiegsfeier als größtes Feierbiest entpuppt?
Lucca Flum. Er ist so etwas wie unser Pausenclown.

Wo steht der Verein in einem Jahr?
Ich denke, da die Vorstandschaft und unsere Zuschauer so gut hinter uns stehen, werden wir den Klassenerhalt irgendwie packen.

Wo muss sich der Verein besser aufstellen?
Ich bin jetzt zwei Jahre in Weilheim. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch nichts Schlechtes mitbekommen habe, aber ich finde, der Verein ist super aufgestellt. Die Vorstandschaft steht absolut hinter uns, die A-Jugend spielt in der Verbandsliga. Für einen so kleinen Ort ist das schon etwas Außergewöhnliches.
Lars Müller ist ein super Meistertrainer, aber...
... er ist einfach zu perfekt. Wir haben im Training ab und zu versucht ihn zu foppen, aber wir finden einfach keinen Makel, und zudem redet er dann so lange, bis er am Ende sowieso wieder Recht hat.

Axel Wilms (26) kam vor zwei Jahren vom Kreisliga-B-Club SG Höchenschwand-Häusern zum FC RW Weilheim. Der gebürtige Waldshuter ist in Häusern aufgewachsen und arbeitet in seiner Heimatgemeinde als Industriemechaniker im Schluchseewerk. Wilms zieht im zentralen defensiven Mittelfeld die Fäden und wurde nach seinem Wechsel aufgrund seines Trainingsfleißes und seiner motivierenden Art in Weilheim sofort zum Kapitän.