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13. Juni 2009
WEINKELLER: Rot, leicht, sommerlich
Sommer und Rotwein, finde ich, passen besser zusammen, als gelegentlich geunkt wird. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Zumal gerade hier in der Gegend mit dem Spätburgunder, den auch bei uns wieder einige in seiner Muttersprache Pinot Noire nennen, der rote Paradewein eher fruchtig und leicht daherkommt als schwer und alkoholreich. Wichtig ist aber auch beim Spätburgunder: Steigen die Außentemperaturen in hitzige Höhen, dann sollte man ganz besonders darauf achten, dass der Wein richtig temperiert auf den Tisch kommt. Das gilt für Weintrinker ganz genau so wie für die Gastronomen, die ihr Weinangebot nicht nur als Umsatz generierende Maßnahme sehen. Denn leider gibt es das Kaiserstuhl-Wirtshaus, in dem die Spätburgunder-Flasche selbst bei plus 35 Grad Celsius auf dem Tresen auf Kundschaft wartet, nicht nur als modernes Schauermärchen. Die Faustregel für die richtige Rotweintemperatur lautet: Volle, tanninreiche Rote sollten 16 bis 18 Grad haben, leichte dürfen gut und gerne noch einmal mindestens zwei Grad kälter auf den Tisch kommen. Faustregel Nummer zwei (und nicht besserwisserisch gemeint): den Wein lieber ein bisschen zu kühl einschenken, er wird im Glas wärmer. Übrigens: Um die richtige Serviertemperatur zu gewährleisten, gibt es diverse Hilfsmittel vom Thermometer, das den Wein direkt misst, bis zu einem (praktischeren), das mit einer Manschette um die Flasche gelegt wird. Aber verlassen Sie sich da ruhig auf ihr Gefühl. Rotwein, der zu warm ist, wirkt alkoholisch, zu kühl kommt er ihnen verschlossen vor. Stimmt die Temperatur, kann er Glückgefühle frei setzen – ganz egal, ob er zu einem dunklem Fleisch getrunken wird oder einfach nur so. Mitten im Sommer.
Der Autor ist Winzer, Kellermeister und Inhaber des Restaurants/Weinguts "Schwarzer Adler" in Oberbergen, Kaiserstuhl.
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Autor: Fritz Keller
