Mobilität

Welchen Risiken bestehen, wenn man Freunden mal eben das Auto ausleiht?

Diana Pfister

Von Diana Pfister (dpa)

Mo, 14. Januar 2019 um 12:32 Uhr

Auto & Mobilität

Einem Freund mal das Auto leihen, ist für viele keine große Sache. Es kann aber zu Problemen führen, vor allem für den Halter des Wagens. Konkrete Absprachen und sogar ein Vertrag sind sinnvoll.

"Die Vereinbarung sollte klarstellen, dass der Fahrer das Fahrzeug auf eigene Gefahr nutzt", sagt Herbert Engelmohr, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Er rät außerdem dazu, konkrete Absprachen darüber zu treffen, wer bei Schäden die Kosten für die Reparatur trägt. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn der Freund einen Unfall verursacht und nur eine Teilkaskoversicherung besteht, die zwar den Fremdschaden, aber nicht den Schaden am eigenen Fahrzeug deckt. Aber auch bei einer Vollkaskoversicherung müsse man sich einigen, wer die Selbstbeteiligung zahlt.

Ist der Freund an dem Unfall schuld, wird in der Regel zudem der Versicherungstarif teurer. Laut Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sollte auch dieses Szenario mit in den Vertrag: "Es sollte geregelt sein, wie im Falle eines Unfalls mit einer Hochstufung des Schadensfreiheitsrabatts umgegangen wird."

Außerdem meint der Experte: "Wer sein Auto privat verleiht, sollte seinen Kfz-Versicherer darüber informieren und besprechen, ob der bestehende Vertrag das zulässt." Denn häufig sei der Nutzerkreis, ein Baustein der Tarifhöhe, vertraglich eingeschränkt. Es gibt Verträge, nach denen zum Beispiel nur eine Person fahren darf, nur Personen ab 21 Jahren oder lediglich Familienangehörige.

Die Haftpflicht zahlt zwar immer und trotz eines Verstoßes, dennoch kann es teurer werden. "Laut Vertragsrecht kann der Versicherer auch rückwirkend für die laufende Versicherungsperiode den erhöhten Tarif einfordern und künftig veranschlagen. Es wird also zurückverlangt und neu kalkuliert", so Christian Weishuber von der Allianz-Versicherung. Bei schweren und vorsätzlichen Verfehlungen sei eine ganze Jahresprämie als Strafzahlung möglich.

Jana Hanisch vom Deutschen Anwaltverein (DAV) ergänzt im Hinblick auf vorherige Absprachen zwischen dem Fahrzeughalter und dem Freund, der das Auto ausleiht: "Der Inhalt eines Vertrages sollte die Frage klären, wie lange der Freund das Fahrzeug nutzen darf und wer die laufenden Kosten trägt."

Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung können ebenfalls Streit auslösen. Bußgelder muss der Fahrer bezahlen, erklärt AvD-Sprecher Engelmohr und weist gleichzeitig auf eine Ausnahme hin: den ruhenden Verkehr. Bekommt der Freund ein Knöllchen wegen Falschparkens, wird der Halter angeschrieben und muss zahlen, auch wenn er nichts dafür kann.