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02. August 2016

Kreis gibt Sporthalle an BSZ und Vereine zurück

Es kommen weniger Flüchtlinge / Andere Unterbringungsobjekte.

  1. Die Kreissporthalle an der Merklinstraße steht jetzt wieder dem BSZ und Vereinen zur Verfügung. Foto: Sredniawa

WALDKIRCH. Ein ganzes Schuljahr stand die Kreissporthalle an der Merklinstraße weder für den Schulsport des Beruflichen Schulzentrums noch für den Vereinssport (Fechten, Turnen, Volleyball, Aikido) zur Verfügung, denn der Landkreis benötigte die Halle für die Unterbringung von Flüchtlingen. Inzwischen kommen weit weniger neue Flüchtlinge im Landkreis an und stehen andere Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung, so dass der Landkreis die Halle jetzt nach einigen Renovierungsarbeiten wieder an das BSZ und die Vereine zurückgab.

Zum offiziellen Termin mit Landrat Hanno Hurth kam neben BSZ-Schulleiterin Barbara Berhorst und den Vertretern der Vereine auch der Waldkircher Oberbürgermeister Roman Götzmann. Zahlreiche junge Fechter hielten sich schon erwartungsvoll in der Halle auf, motiviert zum Training am altbekannten Ort. Ein Jahr lang hatten sie ausweichen müssen, ihr Trainer Andy Langenbacher fuhr die notwendige Technik jedes Mal im Auto nach Buchholz. Auch Eltern übernahmen viele Fahrdienste.

Wie Landrat Hurth erläuterte, kamen seit 2012 rund 3000 Flüchtlinge in den Landkreis, davon 1500 im Jahr 2015 – vor allem ab August. Noch im Monat November waren es 60 Personen, die dem Kreis zugewiesen wurden und für die kurzfristig ein Dach über dem Kopf gefunden werden musste. "Gemeinsam haben wir das gut bewältigt", dankte Hurth allen Beteiligten, einschließlich DRK und Caritas sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern. Ein Glück sei auch, dass im Elztal mehrere Hotels in Waldkirch, Winden und Wildgutach kurzfristig zur Unterbringung zur Verfügung standen.

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Derzeit kommen nur wenige Flüchtlinge neu an, berichtete Hurth. Im Juli seien es gerade mal neun Personen gewesen, die dem Landkreis Emmendingen zugewiesen wurden. "Zurücklehnen können wir uns trotzdem nicht", so Hurth: Als nächstes stünde das Thema Arbeit und Integration an, außerdem, wie Oberbürgermeister Roman Götzmann unterstrich, die Suche oder Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten für anerkannte Flüchtlinge mit Bleiberecht. Auch Götzmann dankte allen Helfern und den Vereinen für ihr Verständnis.

Am BSZ Waldkirch werden derzeit zwei Berufsvorbereitungsklassen für Jugendliche ohne Schulabschluss vorbereitet – fast alles unbegleitete minderjährige Jungs, von denen viele Analphabeten seien, die noch nie in einer Schule waren, wie Barbara Berhorst die schwierige Aufgabe umriss. Hanno Hurth bat auch die Vereine, Flüchtlinge aufzunehmen und verwies auf Unterstützungsprogramme durch den Badischen Sportbund.

Vertreter der verschiedenen Sportabteilungen und der SVW-Vorsitzende Rüdiger Schirmeister freuten sich, die Halle nun wieder nutzen zu können. Insbesondere für den Südbadischen Fechtstützpunkt sind damit die Bedingungen wieder deutlich besser.

Autor: Sylvia Sredniawa