Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

18. Dezember 2008 08:37 Uhr

Subventions-Dschungel

Wer bekommt in Südbaden Agrarhilfen aus Brüssel?

Erstmals hat Berlin die Empfänger der milliardenschweren EU-Agrarhilfen in Deutschland im Internet veröffentlicht. Die Aufstellung ist alles andere als übersichtlich – erst die gezielte Suche zeigt: In Südbaden bekommen die Gemeinden ansehnliche Summen.

  1. Nach Baden-Württemberg fließen rund 61 Millionen Euro Agrar-Hilfen. Foto: dpa

Allerdings listet das Ministerium bisher nur Angaben zu den Hilfen für die sogenannte ländliche Entwicklung auf. Auf diesen Bereich entfallen EU-weit im Jahr knapp elf Milliarden der mehr als 40 Milliarden Euro, die die Landwirtschaft insgesamt bekommt. Deutschland erhält rund 2,3 Milliarden Euro, nach Baden-Württemberg fließen davon rund 61 Millionen Euro. Damit wird etwa der Ökolandbau gefördert, aber auch der Bau von Radwegen oder Spielplätzen in Dörfern.

Auf den ersten Blick ist auf der Ministeriums-Liste nicht ersichtlich, wer welche Subventionen empfangen hat. Erst die gezielte Suche über eine Maske fördert zutage, dass Wolfgang Porsche im vergangenen Jahr 400 Euro erhielt und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner 1447,92 Euro. Größter Empfänger ist mit 12,47 Millionen Euro Schleswig-Holstein, auf Platz zwei folgt der Nordmilch-Konzern in Bremen mit 965 630 Euro. Wofür die Gelder genutzt wurden, bleibt offen. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2007.

In Südbaden ist der größte Empfänger der Naturpark Südschwarzwald mit mehr als 200.000 Euro. Aber auch der Club Turnerspur ist aufgeführt. Er erhielt 358,29 Euro. Etliche Gemeinden bekommen ansehnliche Summen. Sogar die Stadt Freiburg ist vertreten mit 13 292,07 Euro. Für die Größe ist das bescheiden, verglichen mit den Summen, die Löffingen oder Feldberg einstreichen.

Werbung


Auch etliche Landwirte bekommen fünfstellige Beträge aus dem Brüsseler Topf. Viele sind aber auch mit wenigen hundert Euro aufgelistet. Bereits früher war bekannt geworden, dass der Energiekonzern RWE zu den großen Empfängern von EU-Subventionen gehört. Als größter einzelner Empfänger wird das britische Königshaus genannt.

"Das Gros der Empfänger wird in Deutschland weiterhin geheim gehalten", kritisierten Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen in Berlin. Deutschland sei damit "in Sachen Transparenz Europas Schlusslicht". Die Empfänger aller Agrarsubventionen muss die Bundesregierung nach einem EU-Beschluss erst am 30. April offen legen. Dabei geht es um ungleich größere Summen. Auf die Prämienzahlungen, die die Betriebe aus dem EU-Haushalt direkt beziehen, entfallen über 30 Milliarden Euro. Die jetzt online gestellten Angaben hätten bereits zum 30. September veröffentlicht werden sollen.

Subventionsempfänger Südbaden

Naturpark Südschwarzwald: 07274 (Euro)
Kaiser-Piechulek (Bernau): 64883
Köpfer u. Spiegelhalter (Bernau): 54021
Stadt Löffingen: 52603
Weidegenossenschaft Krunkelbach/Felsele (Bernau): 52332
Schmidt Dorfmattenhof (Bernau): 51063
Weidegenossenschaft Linde/Hofeck (Bernau): 47198
Weidegemeinschaft Bühl-Schafw. (Schopfheim): 41374
Gemeinde Feldberg: 35364
Verena Bernbach (Rheinfelden): 31435
Jürgen Fritz ( Wieslet): 29344
Dreher-Schlageter (Sallneck): 28822
Ökomukuh (Schopfheim): 28163
Heinz Sturm (Schluchsee): 27210
Hansjoerg Birkenberger (Waldshut-Tiengen): 25687
Siegfried Friedrich: 23939
Weidegem. Wetzel (Utzenfeld): 23828

Autor: Jörg Buteweg