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18. August 2017 16:58 Uhr

Erfahrungsbericht

Wie fährt sich die neue Mountainbike-Trainingsstrecke in Kirchzarten?

Seit Ende Mai gibt es in Kirchzarten den Hexenwald-Trailpark, ein Trainingsgelände für Mountainbiker. Der Sportverein Kirchzarten hat jahrelang für das Sportgelände gekämpft. Zeit, sich aufs Rad zu schwingen, und eine Runde zu drehen.

  1. Mit Vollgas über die Northshores Foto: Sebastian Wolfrum / Ulrich Schwär

  2. Der Pumptrack im Hexenwald Foto: Sebastian Wolfrum / Ulrich Schwär

  3. Da geht’s runter Foto: Sebastian Wolfrum / Ulrich Schwär

  4. Foto: Sebastian Wolfrum / Ulrich Schwär

  5. Leicht, mittel, schwer- für jeden Fahrer ist etwas dabei Foto: Sebastian Wolfrum / Ulrich Schwär

  6. Foto: Sebastian Wolfrum / Ulrich Schwär

Die Voraussetzungen
Nur so zur Einordnung: Hat der Autor ein Mountainbike? Ja. Ist er deshalb ein Mountainbiker? Eher nicht. Das ist der Text eines ambitionierten Rad-Anfängers, der die Sportart wechseln musste, weil er wegen seiner kaputten Knie nicht mehr kicken durfte.

Wer fahren darf
Los geht die Tour beim Sportplatz in Kirchzarten, kleine Schilder weisen den Weg in Richtung Trailpark. Rein darf jeder, ob Vereinsmitglied oder nicht. Der Park kostet keinen Eintritt. Jeder der fahren will, darf das, ein Helm ist Pflicht. Mountainbikeschulen nutzen das Gelände für ihr Geschäft, sie müssen eine Gebühr bezahlen. Alle anderen fahren umsonst.



Der Start
Schon wenige Minuten hinter dem Sportplatz geht es in den Wald – der Trailpark beginnt. Eine große Tafel zeigt die verschiedenen Weg-Optionen. Vergleichbar mit einem Skigebiet gibt es Abfahrten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Bevor es runter geht, muss man aber erst mal rauf. Und das ist dann gar nicht vergleichbar mit einem Skigebiet, es gibt nämlich keinen Lift. Über den erdigen Waldboden geht es nach oben, erste Schweißperlen sammeln sich auf der Stirn. Für die Steigung braucht es Kondition, für die engen Kurven Technik.

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Die Strecken
Insgesamt sind die Strecken des Trailparks vier Kilometer lang. Klingt wenig, ist es aber nicht. Ursprünglich sollte der Park größer werden, doch vielen Kirchzartenern war das eine Nummer zu viel. Die jetzige Version ist ein Kompromiss. Die Wege sind stark verzweigt, der Einstieg in den Park wäre etwa auch an einer weiter oben gelegenen Stelle möglich. Es gibt immer wieder Abzweigungen und Abkürzungen. So kann man viele Runden fahren, ohne dabei denselben Weg zu nehmen. Da Sportler auf dem Trainingsgelände besser werden sollen, werden auf den Abschnitten unterschiedliche Fähigkeiten geschult. Die Trails sind auch daran angelehnt, was heute bei Mountainbike-Wettkämpfen gefordert wird. Von steil bergauf, wurzelig bergab, schnell durch Kurven oder mit dem Rad über große Felsen – die Anforderungen sind vielseitig. Am unteren Ende des Parks, gibt es noch Hindernisse für das Techniktraining. Hier sollen Kinder und Jugendliche lernen können. Älteren Mountainbikern schadet das aber auch nicht.

Das Fahrgefühl
Durch Kurven gleiten, den Berg hoch schwitzen, über Wurzeln springen, spritzender Matsch, das ganze in schönster Natur – der Hexenwald-Trailpark ist eine ziemliche Gaudi. Eine Besonderheit sind außerdem die Northshores, eine Mischung aus Holzbrücken und Steilkurven, die durch den Wald führen. Wer einem matschverschmierten Mountainbiker mit Grinsen im Gesicht begegnet – der Radler kommt wahrscheinlich gerade aus Kirchzarten.



Was kommen soll
Eine Mountainbike-Gelände gibt es nicht umsonst. Der Wald gehört der Gemeinde Kirchzarten, sie hat auch die Kosten für den Bau übernommen. Etwa 180 000 Euro hat das gekostet, gezahlt hat die Gemeinde. Bis zu einem Drittel könnte aus Fördermitteln zurückfließen. Für den Unterhalt des Geländes muss der SV Kirchzarten aufkommen. Das sind etwa 15 000 Euro pro Jahr. Laut Ulrich Schwär vom SV Kirchzarten wird darüber nachgedacht, mehr Mountainbikekurse für Nichtmitglieder anzubieten, um so zumindest einen Teil der Kosten wieder zu erwirtschaften.

Fazit
Der Park ist gebaut von einer Firma, die auch für internationale Mountainbike-Wettbewerbe gebucht wird. Die Mountainbike-Verrückten des SV Kirchzarten stecken seit Jahren ihr Herzblut in den Sport und das Gelände. Diese Mischung aus Können und Wollen merkt man in jeder Kurve.


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Autor: Sebastian Wolfrum