Wie Hunde Menschen in Not aufspüren

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Do, 11. August 2016

Bahlingen

Die Ferienspielaktion der Rettungshundestaffel in Bahlingen fand bei rund 30 Kindern großen Anklang.

BAHLINGEN. Rund 30 Kinder, neun Hunde und einige Mitglieder der Rettungshundestaffel Breisgau-Ortenau streiften jüngst durch die Gegend rund um den Grillplatz Habstal. Zur Rettungshundestaffel gehört auch Ute Becker, die beim Bahlinger Bauhof arbeitet und die ehrenamtliche Beteiligung an der Ferienspielaktion der Gemeinde organisierte. Der richtige Umgang mit dem Hund sowie das Aufspüren von Menschen in Not durch die Tiere waren die Schwerpunkte, denen sich Mädchen wie Jungen gleichermaßen begeistert widmeten.

Bettina Sekler-Greul richtete die Hundeschnauze in die gewünschte Richtung, entfernt das Hundehalsband mit der Leine und sagt: "Such, Flora, such!" Die Golden Retriever Hündin rennt los, gefolgt von Hundeführerin Sekler-Greul und sieben Kindern. Links vom Weg ist undurchdringliches Dickicht. Dann kommt ein schmaler Wildtierpfad, auf den die Hundeführerin zeigt. Flora schlägt sich sofort ins Gebüsch, wohin ihr kein Mensch folgen kann. Sie trägt das Geschirr des Rettungshundes, an dem Glöckchen befestigt sind. Man hört den Hund sich schnell entfernen, doch bald schon kommt das Klingeling wieder näher. Plötzlich bellt der Hund – er hat die versteckte Person entdeckt.

"Wir wollen den Kindern zeigen, wie das ist, wenn ein Mensch verunglückt oder vermisst ist. Und wir wollen ihnen zeigen, wie der Hund arbeitet", sagte Ute Becker. Am Ende durften sich die Kinder selbst verstecken und erfuhren am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, wenn der Hund einen halben Meter vor einem zu bellen beginnt. "Der Hund darf die Person nicht berühren und bellt, bis der Hundeführer zur Stelle ist", wurde den Kindern erklärt. Sie hatten bis dahin schon viel über das richtige Spielen mit Hunden, die "Goldenen Verhaltensregeln", die Einführung in die Hundesprache oder über Hundeberufe gelernt.

In drei Gruppen an drei verschiedenen Stationen wurde die Arbeit der Rettungshundestaffel erläutert. Da gab es die Station der Sinne, bei der beispielsweise der Unterschied zwischen Menschen- und Hundenase anschaulich demonstriert wurde. Bei der Station "Orientierung" lernten die Kinder, wie sich der Hundeführer und sein Helfer mit einem Kompass, Funkgerät und der Karte in unbekanntem Gelände zurechtfinden. Das Zentrum für alle Informationen bildete das Einsatzfahrzeug, ausgestattet mit Computer, Drucker, GPS und Funkzentrale. Hier erfuhren die Kinder auch, was in den Einsatzrucksack gehört.

Für diejenigen, die in den Vorjahren schon dabei waren, gab es eine "Fortgeschrittenengruppe", die sich auf den Weg machte und gar einen "Verletzten" ausfindig machte. Den unterschiedlichen Ausführungen der Hundeführer folgen die Kinder mit Begeisterung und stellen viele Fragen, die geduldig beantwortet wurden. Manche der Kinder hatten selbst schon schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht, andere waren ängstlich. Doch auch sie fanden Zugang zu den Tieren, die sich wohlerzogen von den Kindern streicheln und führen ließen.

"Was macht der Hund, wenn in dem Gebiet, wo er suchen soll, sich noch jemand anderer aufhält? Weiß er, wen er suchen soll?", fragte ein aufmerksamer Junge. "Es kann sein, dass der Hund jemanden Unbeteiligten aufspürt. Deshalb haben die Hundeführer eine Beschreibung der vermissten Person dabei oder ein Foto", antwortete Ute Becker. Und sie erklärte den Kindern einen Unterschied: Personensuchhunden wird eine Geruchsprobe vorgehalten und sie werden bei der Suche an der Leine geführt. Flächensuchhunden, die wie bei der Ferienspielaktion gezeigt wurden, laufen und suchen frei.