Wie Kinder lernen, Künstler zu werden

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Do, 02. August 2018

Friesenheim

Bei der 23. DJK-Ferienaktion entsteht ein Kunstweg in Oberschopfheim / 101 Kinder und Jugendliche machen mit.

FRIESENHEIM – OBERSCHOPFHEIM. 101 Kinder und Jugendliche nehmen an der 23. DJK-Ferienaktion teil. Unter dem Motto "Oberschopfheimer Dorfkünstler – wir zeigen’s euch" werkelt der Oberschopfheimer Nachwuchs rund um die Auberghalle. Mit einer Vernissage wird der entstandene Kunstweg am Freitag eröffnet. Start ist um 13.30 Uhr an der Auberghalle.

Die Aktion der Tischtennisspieler im Rahmen des Sommerferienprogramms ist beliebt: "Wir sind binnen 24 Stunden ausgebucht", sagt Jürgen Eller, Leiter der DJK-Freizeitwoche. Um ihn schart sich ein großes Orgateam und eine beachtliche Zahl an Helfern. "Ohne diese könnten wir das gar nicht stemmen", betont Eller. Auch die Eltern der teilnehmenden Kinder mussten mindestens an einem Tag mithelfen. Damit das Forum DJK-Freizeitwoche finanzierbar ist, werde es von zwölf offiziellen Firmen unterstützt, dazu gibt es Materialspenden: Holz, Ytong-Bausteine, Schrott, Blechdosen, Pressspanblatten, Farben und andere Bastelmaterialien.

Mit dabei: der Oberkircher Holzartspezialist Christoph Widmer. Normalerweise ist er mit der Kettensäge an seinen Holzskulpturen zugange, nun aber von kleinen und großen Künstlern umzingelt, denen er Vorschläge macht, wie aus einem einfachen Stück Holz fantastische Dinge entstehen können. "Ich bin entzückt von den jungen Leuten, die eine wahnsinnige Fantasie entwickeln", so Widmer.

Anton und Fynn haben in Windeseile einen Rennwagen aus Holz gebaut. Während der eine schon auf dem Gefährt Probe sitzt, schraubt sein Kollege noch am Rad und denkt über einen Namen für das Gefährt nach. Andere schnitzen Blumenmotive in das Holz und bemalen diese. "Jeder musste sich anfangs in Gruppen eintragen", so Jürgen Eller. Ein Dosenvorhang wird in der Blechgruppe gestaltet. Die Bildhauer meißeln in Ytong-Stein ihre Fantasien und setzen mit Acrylfarben bunte Akzente. Die Fassadenmaler haben sich vorgenommen, der alten Scheune vom ehemaligen Ortschaftsrat Bernd Müller eine neue Fassade zu verpassen, mit Weinreben, der Leutkirche, Tannenbäumen, Blumen – "eigentlich alles, was zu Oberschopfe gehört", erklärt Sara.

Kinder sollen raus aus der digitalen Welt

Zehn Standorte im Dorf kann man auf dem Kunstweg besichtigen. Wer glaubt, dass die Kids nur gewerkelt haben, der irrt. Zum Auftakt der DJK-Aktion wurden Ausflüge an den Achernsee und an den Altrhein bei Freistett gemacht, auf den Feldberg und ins Sulzbachtal. Die ganze Woche verbringen sie miteinander. "Das schweißt zusammen", betont Jürgen Eller, "wir wollen ihnen zeigen, dass es neben der digitalen Welt auch eine reale gibt."

Die Kinder sollen kreieren, modellieren und Mut haben, zu ihren Kunstwerken zu stehen. Was es heißt Künstler zu sein, erklärte Christoph Widmer beim Workshop-Beginn: "Achtet auf euch, lasst die Ideen laufen, nicht denken, macht, was von innen kommt."