"Wir waren thematisch vorbereitet"

mzd

Von mzd

Fr, 02. Februar 2018

Kreis Emmendingen

BZ-INTERVIEWmit Ekkehard Weber, dem Leiter von Ton-Art, über die Reise des Kenzinger Chors nach Drom Hasharon in Israel.

KENZINGEN-BOMBACH. Die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Emmendingen und der israelischen Verwaltungsgemeinschaft Drom Hasharon wird erweitert: Mit dem Kenzinger Chor Ton-Art, der am Samstag das Chor-Festival in Drom Hasharon eröffnen wird, findet erstmals seit der Besiegelung der Partnerschaft eine Begegnung auf kultureller Ebene statt. Chorleiter Ekkehard Weber hat sich kurz vor dem Abflug nach Israel mit Markus Zimmermann unterhalten.

BZ: Wie kam es zu dieser Konzertreise?

Weber: Wir haben von der Möglichkeit über ein Rundschreiben des Badischen Chorverbandes vor knapp drei Monaten erfahren. Nachdem der Chor sich für das Singen beim Festival entschieden hatte, ging alles sehr schnell. Im direkten Kontakt mit dem Leiter des Chores aus Drom Hasharon waren die Rahmenbedingungen bald klar.

BZ: Was erwartet sie dort?

Weber: Alles in allem ist es ein kurzer Trip. Wir fliegen am Donnerstag, treten am Samstag auf und am Sonntag geht es schon wieder zurück. Singen werden wir selbst etwa eine Viertelstunde. Worauf wir besonders gespannt sind ist die Begegnung mit den Menschen, denn wir werden in Familien untergebracht.

BZ: Haben Sie ein spezielles Programm für den Auftritt in Israel ausgearbeitet?

Weber: Nein, denn das Schicksal wollte es, dass sich der Chor schon vor der Anfrage über den Chorverband aus einer breiten Auswahl entschieden hat, das nächste Konzert mit jüdischer Musik zu bestreiten. Wir waren thematisch vorbereitet, ehe der Gedanke an einen Auftritt in Israel im Raum stand.

BZ: Was werden sie in Drom Hasharon singen?

Weber: Vor allem wird es ein paneuropäisches Programm mit Stücken aus der Zeit der Renaissance und des Barock sein. Zum Abschluss werden wir dann ein hebräisches Gebet von einem zeitgenössischen, amerikanischen Komponisten aufführen. Außerdem ist geplant, dass wir gemeinsam mit dem Chor aus Israel ein Stück singen.

BZ: Ist es denn schwer, in dieser ungewohnten Sprache zu singen?

Weber: Die Mitglieder von Ton-Art sind es gewohnt, auf unterschiedlichen Sprachen zu singen. Das zeitgenössische Stück war zudem schon mit lateinischer Lautschrift versehen. Da es sich um ein Gebet handelt, konnte ich zudem im Internet Hörproben finden und vergleichen, ob unser Singen mit dem Text übereinstimmt.

BZ: Gab es im Chor Bedenken, in diese Krisenregion zu reisen?

Weber: Ja, durchaus, aber ich konnte sie schnell entkräften. Wer heute in Deutschland einen Weihnachtsmarkt besucht, hat die Feuertaufe bestanden. Wir werden von den Gastgebern ein wenig das Land gezeigt bekommen und ich denke, die werden sehr gut wissen, wohin sie uns führen. Da es für Freitage in Jerusalem eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt, werden wir diese Stadt leider nicht besuchen.

BZ: Wirkt sich die Reise für den Chor jetzt schon aus?

Weber: Für diese Besetzung des Chors ist es die erste Konzertreise und es ist spürbar, dass sie sich bereits vor dem Abflug sehr gut auf das Gemeinschaftsgefühl auswirkt.

Ekkehard Weber (67) war bis zu seiner Pensionierung Dozent an der Freiburger Musikhochschule. Der Gamben-Spieler, der in Bombach lebt, ist als Solist ein gefragter Musiker. So spielte er auch schon mit den Israel-Philharmonikern. Vor 20 Jahren gründete er den Kenzinger Chor Ton-Art und leitet ihn seither.