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08. März 2016

EdF-Finanzchef geht im Streit um Hinkley Point

Akw-Neubau in England.

PARIS (AFP). Der Finanzchef des französischen Energiekonzerns EdF, Thomas Piquemal, ist wegen eines Streits um das geplante Atomkraftwerk Hinkley Point in Großbritannien zurückgetreten. Aus Unternehmenskreisen verlautete, Piquemal zweifle an der Machbarkeit des Projekts. EdF wollte dies nicht kommentieren.

EdF ist am geplanten Neubau des Atomkraftwerks Hinkley Point C im Südwesten Englands beteiligt. Es ist seit mehr als zwei Jahrzehnten das erste Akw in Großbritannien, das neu gebaut werden soll. EdF soll zwei Drittel der Kosten finanzieren, ein weiteres Drittel der chinesische Atomkonzern CGN. Eine Investitionsentscheidung des französischen Konzerns steht noch aus.

Die Kosten für die beiden geplanten Druckwasserreaktoren in Hinkley Point werden auf 23 Milliarden Euro veranschlagt. Die Gewerkschaften bei EdF haben bereits gefordert, das Projekt zu verschieben. Sie fürchten, die Finanzierung könnte EdF überfordern und den Konzern in seiner Existenz gefährden. EdF ist zu 84,5 Prozent im Staatsbesitz.

Auch in der EU sorgt das geplante Kraftwerk für Streit. Die EU-Kommission hatte im Oktober 2014 beschlossen, dass London die beiden Meiler mit Steuergeldern bezuschussen darf. So sicherte Großbritannien dem Betreiber unter anderem einen garantierten Stromabnahmepreis für die ersten 35 Jahre zu. Dagegen klagte im Sommer 2015 Österreich; mehrere deutsche Stadtwerke schlossen sich an. Die Subventionen sind ihrer Ansicht nach eine unrechtmäßige Beihilfe.

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Autor: afp