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22. Januar 2013 00:01 Uhr

Service

Kaputte Waschmaschine: Neuanschaffung oder Reparatur?

Was tun, wenn die Waschmaschine kaputt ist? Lohnt sich der Kauf eines neues Gerätes – oder ist es sinnvoller, die alte Maschine reparieren zu lassen? Die BZ-Wirtschaftsredaktion gibt Tipps.

Es ist ärgerlich und jeder hat das in der einen oder anderen Variante schon mal erlebt. Man stopft die Wäsche in die Waschmaschine und schaltet sie an. Das Gerät gibt einige ungewohnte Töne von sich, dann tut sich nichts mehr. Das Gerät gibt den Geist auf und dabei war es noch gar nicht so alt. Nun steht der Nutzer vor der Frage: Soll ich das Gerät reparieren lassen, oder wäre es besser sich ein neues anzuschaffen? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ein neues Gerät verbraucht beispielsweise weniger Energie. Das macht einen Kauf attraktiv. Ob der niedrigere Energieverbrauch aber so viel Einsparungen mit sich bringt, dass die im Vergleich zur Reparatur höheren Anschaffungskosten gerechtfertigt sind, ist nicht sicher.

Die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz (Safe) hilft. Sie rät: Erst mal sollte man das Alter des Gerätes bestimmen, dann einen Kostenvoranschlag für die Reparatur einholen und drittens den Neupreis eines Gerätes mit hoher Energieeffizienz-Klasse in Erfahrung bringen. Für die meisten Großgeräte, wie Kühlschrank, Herd oder Geschirrspüler, nimmt die Agentur eine Lebensdauer von 15 Jahren an. Sind die Geräte älter als zehn Jahre, lohnt sich eine Reparatur in den meisten Fällen nicht mehr. Für Computer und Fernseher liegt die Lebensdauer bei zehn Jahren. Ist ein Rechner nach acht Jahren kaputt, rät die Agentur zum Ersatz. Für alle Geräte listet Safe nach Alter gestaffelt auf, wie viel Prozent des Neupreises eine Reparatur kosten darf, damit sie sich lohnt. Ein Beispiel: Der Kühlschrank ist defekt. Das Gerät ist sechs Jahre alt, deshalb sollte die Reparatur 55 Prozent des Neupreises nicht übersteigen. Die Reparaturkosten betragen umgerechnet 320 Euro. Ein vergleichbares neues Gerät der Energieeffizienz-Klasse A+++ kostet um die 900 Euro. 55 Prozent des Neupreises sind 495 Euro, eine Reparatur würde sich lohnen.

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Etwas Vergleichbares gibt es in Deutschland bislang nicht. Nils Sondermann von der Energieagentur Regio Freiburg meint aber, man könne sich an den Schweizer Zahlen orientieren. Zu berücksichtigen sei jedoch, dass der Strompreis in Deutschland mit ungefähr 24 Cent pro Kilowattstunde höher liegt als in der Schweiz, wo der Kunde nur umgerechnet 17 Cent berappen muss. Das bedeutet, dass sich in Deutschland die Neuanschaffung eines Gerätes früher lohnen würde.

Auch Diego De Pedrini, Vorstandsmitglied der Schweizer Energieagentur für Elektrogeräte, meint, dass die Zahlen in Deutschland und der Schweiz grundsätzlich vergleichbar sind. "Zu diesem Thema ganz genaue Aussagen zu machen, ist sowieso schwierig", sagt er, denn es spielten hier sehr viele Aspekte mit hinein. So sei bei der Safe-Entscheidungshilfe die graue Energie berücksichtigt. Die graue Energie beinhaltet die Energie, die für die Herstellung eines Gerätes von der Gewinnung der Rohstoffe über die Herstellung bis zu Vertrieb und Entsorgung verbraucht wird.

Nicht berücksichtigt seien allerdings weitere Umweltbelastungen, die durch die Herstellung des Gerätes entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Luftschadstoffe, CO2-Ausstoß oder umweltschädigende Abfälle. "Wir raten grundsätzlich, ein funktionierendes Gerät nicht zu ersetzen", sagt De Pedrini. Damit gebe man der Gesamt-Ökobilanz neben dem Energieaspekt mehr Gewicht.

Autor: Petra Völzing