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22. November 2010 19:30 Uhr

Konjunktur

Südbaden dampft voran

Südbaden wird in diesem Jahr stärker als der Rest der Bundesrepublik wachsen. Zu dieser Einschätzung kommen die Ökonomen des Konjunkturforschungsinstituts BAK Basel in ihrer neuesten Ausgabe der Regio Perspektiven.

  1. Der Maschinenbau zählt zu den Triebfedern der Wirtschaft. Foto: dpa

FREIBURG. Die Publikation enthält Analysen und Prognosen zur Wirtschaft am Oberrhein. Nach BAK-Berechnungen nimmt das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2010 um 3,1 Prozent zu. Noch stärker wächst die Ortenau mit 3,8 Prozent und die Region Lörrach mit 3,4 Prozent. Freiburg kommt auf einen Wert von 3,1 Prozent. Der südbadische Schnitt, bezogen auf Lörrach und Freiburg, beträgt 3,2 Prozent.

Als Gründe für die gute Entwicklung nennen die Basler Ökonomen vor allem die positive Situation im verarbeitenden Gewerbe. Sowohl die chemisch-pharmazeutische als auch die Investitionsgüterindustrie profitierten vom anziehenden Welthandel. Zur Investitionsgüterindustrie gehört beispielsweise der Maschinenbau. Er war neben dem Fahrzeugbau im vergangenen Jahr am stärksten von der Krise betroffen.

Immer mehr Deutsche pendeln in die Nordwestschweiz

Das rasante Wachstum wird sich aber nach Ansicht der BAK-Mitarbeiter im kommenden Jahr nicht fortsetzen. Dämpfend wirke die Weltwirtschaft. Insbesondere wegen der Schwierigkeiten in den USA und dem Auslaufen von Konjunkturprogrammen schalte die Weltwirtschaft einen Gang zurück. Dies wiederum wirkt sich auf das stark exportabhängige verarbeitende Gewerbe aus. So erwarten die BAK-Forscher für die Ortenau ein Wachstum von zwei Prozent in 2011, für Freiburg 1,6 Prozent und Lörrach 1,9 Prozent. In der Nordwestschweiz und dem Elsass wird sich der Aufschwung ebenfalls abschwächen. Nach 2,6 Prozent Wachstum in diesem Jahr müssen sich die Menschen rund um Basel mit 1,4 Prozent im kommenden Jahr begnügen. Im Elsass fällt die Wachstumsrate von 2,4 auf 1,6 Prozent.

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Die Zunahme der Erwerbstätigkeit wird sich nach Meinung von BAK Basel dagegen 2011 leicht erhöhen. So wird die Zahl der Erwerbstätigen in der Region Lörrach um 1,1 Prozent (2010: 0,1 Prozent) steigen. Für Freiburg prognostiziert BAK Basel ein Wachstum von 0,8 Prozent (2010: 0,2 Prozent). Die Ortenau schneidet hier mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent am schlechtesten ab (2010: 0 Prozent).

Die BAK-Forscher haben auch den trinationalen Arbeitsmarkt am Oberrhein untersucht. Der auffälligste Trend: Immer weniger Elsässer pendeln in die Nordwestschweiz und nach Baden, um dort zu arbeiten. Nach Ansicht der BAK-Ökonomen ist dies auf die schlechter werdenden Deutschkenntnisse der Elsässer zurückzuführen. Dies hänge mit dem Rückzug des Dialekts zusammen.

Dagegen nimmt die Zahl der Deutschen, die in Südbaden wohnen und in der Nordwestschweiz ihr Geld verdienen, stetig zu (siehe Grafik). Dazu trage die hohe Qualifikation vieler deutscher Arbeitnehmer bei. Außerdem könnten Schweizer Unternehmer wegen der Personenfreizügigkeit nun leichter EU-Bürger anstellen.

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Autor: Bernd Kramer