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04. Mai 2012 20:21 Uhr

Unternehmensgeschichte

Die Todtnauer Bürstenfabrik Keller: Eine Überlebende

1869 ist die Todtnauer Bürstenfabrik Keller gegründet worden. Vor wenigen Jahrzehnten stand die Branche vor dem Aus. Viele Familienunternehmen gingen pleite – doch Keller hat überlebt. Nur wie?

Die sechste Generation steht schon bereit. Sie wird alsbald die Tradition des 1869 gegründeten Todtnauer Familienunternehmens Keller Bürsten fortsetzen. Das ist nicht selbstverständlich. "Auch wir hatten in den 1980er-Jahren mit Problemen zu kämpfen", sagt der Firmenchef Andreas Keller. Reihenweise gingen unterhalb des Feldbergs die Betriebe pleite.

Keller hat überlebt, unter anderem, weil stets neu entwickelte Produkte neue Märkte erschlossen haben. In den 1950er-Jahren wurden hauptsächlich Besen produziert, später dann Artikel für den Friseurbedarf. Als diese nicht mehr nachgefragt wurden, stellte man die Produktion auf Bürsten für die Tierpflege um.

Nicht Masse – sondern die Nische

"In den 1990er Jahren hat uns dann die Ökowelle geholfen", sagt Keller. Die Kunden fragten zunehmend nach den Produktionsbedingungen. Sie wollten nichts mit Kinderarbeit, Umweltverschmutzung oder dem Raubbau an der Natur zu tun haben. Die Kunden drängten große Abnehmer wie Drogerieketten dazu, nicht nur Billigprodukte aus Fernost anzubieten, sondern auch deutsche Produkte mit entsprechenden Gütesiegeln. "Umweltschutz ist einer der Kennwerte unseres Unternehmens. Seit 2009 beziehen wir ausschließlich Strom, der durch Wasserkraft erzeugt wurde", so der Firmenchef.

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Keller hat auch deshalb überlebt, weil die Firma nie auf große Stückzahlen, sondern auf Nischenprodukte gesetzt hat. "Die Erhaltung der kompletten Fertigungstiefe garantiert die Flexibilität. Vom rohen Holz bis zur Fertigbürste können alle Arbeitsschritte bei uns im Hause vorgenommen werden", sagt Keller.

Seine Firma ist in der Vergangenheit sogar gewachsen. 2006 wurde die 1827 gegründete Firma Faller – bekannt durch die so genannte Kleeblatt-Zahnbürste – ins Unternehmen integriert. Zusammen beschäftigen Keller und Faller derzeit knapp 70 Mitarbeiter, vor sechs Jahren waren es 57.

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Autor: Dominik Bloedner