Wo Jagd und Natur harmonieren

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Di, 04. September 2018

Lahr

Beim Aktionstag der Jäger auf der Landesgartenschau werden den Besuchern vielfältige Einblicke in unbekanntes Terrain geboten.

LAHR. Der von den Jägervereinigungen Lahr, Offenburg und Kinzigtal gestaltete Tag der Jäger hat am Sonntag zahlreiche Besucher in den Bürgerpark gelockt. Die vom Landesjagdverband Baden-Württemberg initiierte Ausstellung heimischer Wildtiere ist dabei ebenso zum Besuchermagnet geworden wie das mobile Kinder- und Jugendprojekt "Lernort Natur".

Mit dem Jagdsignal "Begrüßung", dem "Hubertusmarsch" und der "Ehrenfanfare" haben am Sonntagvormittag die Fürst-Pless- und Parforcehorn-Bläser der drei Jägervereinigungen den Besuchern den Weg zum Tag der Jäger beim Treffpunkt Baden-Württemberg gewiesen. Der musikalische Willkommensgruß bildete den Auftakt zu einer Reihe von Auftritten, bei denen sich die Bläsergruppen Harmersbach- und Wolftal, Karlsruhe und Pforzheim, Hinteres Renchtal und Gengenbach sowie die Auwälder Jagdhornbläser aus Meißenheim zusammen mit den Kollegen in der Jägervereinigung Lahr der Öffentlichkeit präsentiert haben.

Die mit viel Beifall bedachten Darbietungen der Bläser sind abwechselnd von Mitgliedern des Deutschen Falkenordens und Führern verschiedener Jagdhunderassen aufgelockert worden. Während die Falkner ihre selbst zur Beizjagd abgerichteten Greifvögel – darunter auch ein Steinadler – vorstellten und in die Geheimnisse der Falknerei einweihten, haben die Hundeführer auch für Laien verständlich die Einsatzbereiche und Aufgaben der Jagdhunderassen erklärt. Die Theorie ist mit einem Blick in das Abrichten der vierläufigen Jagdbegleiter und die bei einer Prüfung für Jagdhunde geforderten Leistungen untermauert worden. Für die Hunde gab’s danach ein Leckerli, für Herrchen einen verdienten Applaus.

Ebenso gut besucht war die über drei Tage hinweg vom Landesjagdverband initiierte Ausstellung "Zauber der Wildbahn – Heimische Tiere in der Ortenau". In die Bereiche Hochgebirge, Vorbergzone und Auewald unterteilt, waren in der Ausstellungshalle im Treffpunkt Baden-Württemberg vom Rot-, Reh- und Auerwild über Fuchs, Luchs, Biber, Marderhund, Waschbär, Hermelin und Mauswiesel alle heimischen Wildtiere ausgestellt. Dazu sämtliche jagdbaren und ganzjährig geschützten oder sogar unter Naturschutz stehenden Vogelarten, darunter auch die selten gewordenen Rebhühner und die heimischen Greifvögel.

Auf Schildchen mit Tiernamen wurde bewusst verzichtet, weil Betrachter durch Nachfragen bei den Fachleuten eine ungleich differenzierte Auskunft erhalten konnten, als dies durch Namensschilder möglich gewesen wäre.

An einem Stand erklärte der Deutsche Falkenorden alles Wissenswerte über die Jagdausübung ohne Waffen mit Greifvögeln, die sogenannte Beizjagd. Dort war neben den Taggreifvögeln wie Habicht, Bussard und Steinadler auch ein stattlicher Uhu zu besichtigen. Er zählt zu den nachtaktiven Eulen und kann deshalb nicht bei der Beizjagd eingesetzt werden. Informiert wurde außerdem über die Rückkehr von Luchs und Wolf in die deutschen Wälder sowie über die Themen Wild und Straßenverkehr, Wildfleisch als gesundes Lebensmittel und menschliches (Fehl)Verhalten in der Natur.

Für Eltern mit Kindern hat das "Lernmobil Natur" einen wahren Fundus geboten. Ausgebildete Umweltpädagogen der Jägervereinigung Lahr beantworteten einen Tag lang Fragen kleiner und großer Besucher. Außerdem gab es Tierpräparate und -felle zum Anfassen, ein Tierquiz und eine Fotoecke, wo sich die kleinen Besucher, auf einem präparierten Wildschwein sitzend, von Vati oder Mutti ablichten lassen konnten. Das Lernmobil ist Teil der vom Landesjagdverband Baden-Württemberg vor 25 Jahren ins Leben gerufenen, mehrfach ausgezeichneten Umweltbildungsinitiative "Lernort Natur".

Weitere Informationen zur Landesgartenschau gibt es unter http://landesgartenschau-lahr2018.de und im Online-Dossier der Badischen Zeitung unter http://mehr.bz/lgs-2018