Kanalsystem bei Starkregen überlastet

Juliane Kühnemund

Von Juliane Kühnemund

Sa, 08. September 2018

Wutach

Anlieger der Schwimmbadstraße in Ewattingen haben mit Wasserschäden zu kämpfen.

WUTACH. Die Entwässerung in der Schwimmbadstraße in Ewattingen sollte dringend saniert werden. Diese Meinung vertreten die Anlieger der Schwimmbadstraße. Allein in diesem Jahr waren in einem Zeitraum von sechs Wochen dreimal die Keller unter Wasser gestanden. "Das Problem verdichtet sich", sagte ein Sprecher der Schwimmbadstraßenanlieger in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend.

Viele betroffene Bürgerinnen und Bürger waren zur Ratssitzung gekommen, um mit Nachdruck auf die Problematik des Entwässerungskonzeptes in der Schwimmbadstraße aufmerksam zu machen. Die Starkregenereignisse häufen sich, die Kanäle können das Wasser nicht mehr abführen, das Wasser dringt in die Keller der Häuser ein und verursacht erhebliche Schäden, so die Erläuterungen der Anlieger, die auch noch darauf aufmerksam machten, dass durch die zusätzliche Bebauung in der Schwimmbadstraße auch die Menge des Abwassers zugenommen hat, was zur Überlastung des Kanalnetzes beitrage. Auch Rückschlagklappen in den Anwesen seien keine Lösung, hieß es, die Entwässerung der Straße sei einfach nicht mehr "up to date".

Die Anlieger sahen nun die Gemeinde in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen. Man muss das jetzt anpacken, lautete der dringliche Appell an die Gemeindeverwaltung.

Bürgermeister Christian Mauch zeigte Verständnis für die Emotionen, die diesbezüglich hochkochen. Offenbar sei der Kanal nicht leistungsfähig genug, die Problematik ist nach den Worten des Rathauschefs allerdings vielschichtiger. Da spiele auch die Geologie und die Topografie eine Rolle – der Kanal hat kaum Gefälle –, außerdem entsprächen auch die Anlagen in den Häusern nicht immer dem Stand der Dinge. "Wir brauchen hier externen Sachverstand und müssen die Problematik gemeinsam mit den Anliegern strategisch angehen", sagte Mauch und ergänzte: "Eine schnelle Lösung von heute auf morgen wird es nicht geben."

Mit dieser Aussage gaben sich die Schwimmbadstraßen-Anlieger nicht zufrieden, schließlich sei das Problem kein neues – schon vor 30 bis 40 Jahren habe sich abgezeichnet, dass die Entwässerung in der Straße ihre Schwächen habe. Mittlerweile, durch die zunehmenden Unwetter mit Starkregen und Hagel, habe sich die Problematik verschärft. Mehrfach habe man die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch nehmen müssen, um die Keller leerzupumpen, die Schäden an den Häusern nehmen zu, so die Schilderungen in der Sitzung. Das Fazit der Anlieger: Man kann die Sache nicht länger auf die lange Bank schieben, man muss was tun.

Die Dringlichkeit des Problems sei ihm durchaus bewusst, so Bürgermeister Christian Mauch. Dennoch sei er der Meinung, dass man zunächst ausloten müsse, wo genau die Schwierigkeiten liegen. "Wir sollten da mit Sachverstand drangehen und dann ein Konzept entwickeln", sagte der Rathauschef. Er verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die Gemeinde in den vergangenen zehn Jahren viel Geld ins Kanalnetz investiert habe. Beispielhaft nannte er die Entwässerung von Lembach und auch die Kanalarbeiten in etlichen Straßen in Ewattingen. "Es wurde viel im Untergrund gebaut", sagte Christian Mauch. Er versicherte aber auch: "Das Problem in der Schwimmbadstraße ist uns bewusst."