Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. August 2016 16:42 Uhr

Stadt Bonndorf

Wegabschnitt gesperrt: Erdrutschgefahr in der Wutachschlucht

Breite Risse im Fels in der Wutachschlucht bergen die Gefahr, dass tausend Kubikmeter Geröll ins Tal stürzen könnten. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt den Zufahrtsweg gesperrt.

  1. Stadtförster Steffen Wolf, Bürgermeister Michael Scharf und Bauamtsleiter Werner Steiert (v.li.) begutachten die Situation vor Ort. Foto: Martin Schwenninger

Die Wutachschlucht lebt und ist offenbar kontinuierlich in Bewegung. Im Bereich der Eisbärenhöhle nahe des Zufahrtswegs nach Bad Boll wurden Hangrutschungen festgestellt. Breite Risse im Fels bergen die Gefahr, dass etliche tausend Kubikmeter Stein und Geröll ins Tal stürzen könnten. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Bonndorf nun vorsorglich den Zufahrtsweg nach Bad Boll gesperrt.

Die Rutschungen wurden vermutlich durch die starken Regenfälle am vergangenen Freitag ausgelöst. Wie Bürgermeister Michael Scharf auf Nachfrage der BZ erläuterte, hatte ein Biologe, der sich die Eisbärenhöhle näher anschauen wollte, bröckelndes Gestein bemerkt und sofort Wutachranger Martin Schwenninger informiert.

Mehrere tausend Kubikmeter Stein und Geröll in Bewegung

Dieser hatte dann festgestellt, dass das instabile Gesteinsfeld flächenmäßig die Ausmaße eines Fußballfeldes einnimmt und droht, weiter hangabwärts in Richtung Flussbett der Wutach zu rutschen. Ein Bild vor Ort machten sich dann auch der Bürgermeister gemeinsam mit Bauamtsleiter Werner Steiert und Stadtförster Steffen Wolf . "Im Oberhangbereich sind stellenweise Versätze von bis zu fünf Metern Breite sichtbar. Spalten und Klüfte ziehen sich spinnennetzartig durch den ganzen Hang im Bereich der Eisbärenhöhle", beschrieb der Stadtförster die Situation.

Werbung


Offenbar sind mehrere tausend Kubikmeter Stein und Geröll in Bewegung. "In unmittelbarer Umgebung kam es bereits vor Jahrzehnten zu einer der größten Hangrutschungen im Wutachgebiet", gab der Bonndorfer Rathauschef bekannt, der angesichts der jetzigen Situation eine sofortige Sperrung des Zufahrtsweges nach Bad Boll veranlasste. "Dass die Felsmassen zu Tal rutschen, ist unausweichlich, die Frage ist nur wann", meinte Michael Scharf, der die Lage insgesamt als sehr gefährlich einstufte. "Das Ding sieht übel aus."

Schluchtwanderer sind nicht betroffen

Was tun? Über diese Frage wird man sich in der nächsten Zeit Gedanken machen müssen. Eine Sprengung der labilen Gesteinsmassen kommt laut Scharf nicht in Frage. Wohl will man den rutschgefährdeten Bereich aber genau beobachten. Wie der Bonndorfer Rathauschef bekannt gab, sollen eventuell Marken gesetzt werden, um nachvollziehen zu können, wie schnell der Hang in Richtung Tal rutscht. Gefordert sein wird auch die EnBW. Oberhalb des rutschgefährdeten Bereichs steht nämlich ein Hochspannungsmast, der auf seine Standfestigkeit geprüft werden muss.

Die gute Nachricht: Die Schluchtwanderer sind von dem "Schlamassel" kaum betroffen. Eine Umleitung des Wanderweges Dietfurt – Bad Boll ist über den Münzlochweg eingerichtet, der Wanderweg Boll – Bad Boll (Fußweg) ist offen. Wanderer haben durch die landschaftlich ansprechende Umleitung keinerlei Zeitverlust. Der Ein-/Ausstieg von und nach Boll ist offen. Wie lange die Sperrung aufrecht erhalten bleiben muss, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar.

Umleitung und eine Stunde Verspätung

Weiterhin gesperrt ist im Übrigen der Wegabschnitt zwischen Kanadiersteg und Inselwirtskeller. Die Wanderer werden hier über die Burgmühle und Bachheim umgeleitet. Hier muss eine Stunde mehr Zeit eingeplant werden, so die Informationen von Martin Schwenninger.

Mehr zum Thema:

Autor: Juliane Kühnemund