Porträt

Yelin Özkan ist neue Dorfhelferin in Hinterzarten und Breitnau

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Mo, 11. Februar 2019 um 15:35 Uhr

Hinterzarten

Die Arbeit ist abwechslungsreich und hat eine starke soziale Komponente – deshalb hat sich Yelin Özkan für ihren Job entschieden: Die 22-Jährige ist die neue Dorfhelferin in Hinterzarten und Breitnau.

Sie pflegen kranke und behinderte Menschen, versorgen Säuglinge, helfen bei den Hausaufgaben der Schüler, kochen, waschen, bügeln, putzen, kaufen ein, versorgen das Vieh und erledigen die Gartenarbeiten. Ihre tägliche Arbeit ist abwechslungsreich und hat eine starke soziale Komponente: "Genau deshalb habe ich mich für diesen Beruf entschieden", sagt die jetzt als Dorfhelferin in Hinterzarten und Breitnau tätige Yeliz Özkan.

"Ich wollte schon immer etwas Soziales tun", erzählt die 22-Jährige aus Titisee-Neustadt. Als "Staatlich anerkannte Haus- und Familienpflegerin" übernahm sie zu Jahresbeginn die Stelle ihrer Vorgängerin Sieglinde Genzmer, die sich in den vergangenen 20 Jahren hoher Wertschätzung in der Bevölkerung erfreute. Genzmer ist jetzt als "fliegende Einsatzkraft" tätig.

In Donaueschingen geboren verbrachte Yeliz Özkan ihre ersten zwölf Lebensjahre in Bräunlingen. Seit zehn Jahren wohnt sie in Titisee-Neustadt. Ihre Eltern waren mit ihren Familien bereits im Kindesalter von der Türkei nach Deutschland übersiedelt. Nach Mittlerer Reife und Berufskolleg war sie ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst im Kindergarten Regenbogen in Neustadt tätig. Hinzu kam ein Berufspraktikum im Montessori-Kindergarten Casa de Bambini.

Enge Verbindungen zu Hinterzarten

Praktische Erfahrungen machte sie zudem im Kindergarten St. Elisabeth und bei der Lebenshilfe Südschwarzwald: "Diese Erfahrungen bestärkten mich bei meiner Entscheidung, Dorfhelferin zu werden." Es folgte die Ausbildung an der Haus- und Familienpflegeschule in Freiburg. Seit April 2018 ist sie im "fliegenden Einsatz." Derzeit betreut sie eine Familie in Vöhrenbach. Ihre Fachkompetenz sowie ihre offene und freundliche Art haben sowohl die betreuten Familien als auch ihre Vorgesetzten im Dorfhelferinnenwerk in Sölden überzeugt. Als Hinterzarten-Breitnau neu zu besetzen war, erfüllte sich ihr Wunsch, nach einer stationären Stelle.

Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch, Einsatzleiterin Ulrike Kürner, Pfarrer Arnold Zahlauer und Pfarrgemeinderätin Karla Windus-Steiert hießen sie willkommen und wünschten ihr viel Freude bei der Tätigkeit. Yeliz Özkan ist aufgeschlossen: "Es ist super aufregend, immer wieder neue Familien kennen zu lernen. Die Herkunft der Menschen spielt für mich keine Rolle, nur die Person zählt." Die 22-Jährige hofft, dass es umgekehrt genau so sein wird und sie Akzeptanz findet: "Das erleichtert die Zusammenarbeit."

Dorfhelferinnen sollen gerne mit Menschen arbeiten und Spaß am Leben in einer Dorfgemeinschaft haben. Sie sollen praktisch veranlagt, zupackend und flexibel sein und sich rasch auf unterschiedliche Situationen einstellen können. In einigen Jahren will Yeliz Özkan an einem Haushalts-Organisations-Training (HOT-Fortbildung) teilnehmen. Solche Einsatzkräfte werden mit Aufgaben die besondere Anforderungen stellen betraut.

Yeliz Özkan hat bereits enge Verbindungen zu Hinterzarten. Seit einigen Jahren wohnt ihre Schwester dort. Ihr Freund spielt beim örtlichen Fußballverein. Sie liebt Hunde, kocht internationale Gerichte, schwimmt und liest gerne: "Zudem möchte ich die Welt erkunden."