"Insel der Glückseligkeit"

Zahl der Straftaten in Vogtsburg sehr gering

trh

Von trh

Mi, 13. Juni 2018 um 17:44 Uhr

Vogtsburg

Die gute Nachricht lautet: Vogtsburg ist die mit Abstand sicherste Gemeinde im Zuständigkeitsbereich des Breisacher Polizeireviers.

VOGTSBURG. Das belegt die Kriminalstatistik für das Jahr 2017, die Revierleiter Thomas Hagnberger am Dienstagabend im Gemeinderat vorstellte.

116 Straftaten wurden im vergangenen Jahr polizeilich registriert. Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren. 2016 kamen noch 194 Fälle zur Anzeige. Die auf 100 000 Einwohner hochgerechnete Häufigkeitszahl beträgt in Vogtsburg 1972, in Breisach ist sie mit 7805 fast viermal so hoch, in Freiburg beträgt sie sogar das Sechsfache.

Intakte Sozialstruktur
Als eine Insel der Glückseligen bezeichnete Hagnberger deshalb Vogtsburg, zumindest im Hinblick auf die Kriminalitätsrate. Gründe dafür seien die noch weitgehend intakten Sozialstrukturen im ländlich strukturierten Raum. Ein kleiner Schönheitsfehler in diesem idyllischen Bild ist allerdings die mit 50 Prozent relativ bescheidene Aufklärungsquote. Im Revierschnitt liegt diese bei 67 Prozent. "Hier gibt es durchaus noch Luft nach oben", gibt sich der Revierleiter selbstkritisch. Doch die niedrige Aufklärungsquote in Vogtsburg liegt laut Hagnberger vor allem an den in Vogtsburg vorherrschenden Deliktarten, bei denen es sehr schwierig ist, den Tätern habhaft zu werden. Anders als bei häuslicher Gewalt, sind die Täter beispielsweise bei Diebstählen auf Baustellen oftmals kaum zu ermitteln.

Gewaltdelikte spielen in der Vogtsburger Kriminalstatistik kaum eine Rolle. Es gab weder Straftaten gegen das Leben noch gegen die sexuelle Selbstbestimmung, auch Rohheitsdelikte und Körperverletzungen waren mit 9 beziehungsweise 4 Fällen selten. Hier beträgt die Aufklärungsquote 100 Prozent, beide Deliktarten sind zudem deutlich rückläufig. Rückläufig ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche. Nach dem Spitzenwert 2015 von 24 Fällen wurde im vergangenen Jahr lediglich ein Einbruch angezeigt. Auch dies trägt zum Sicherheitsgefühl der Bürger erheblich bei. 19,2 Prozent beträgt der Anteil der unter 21-Jährigen an allen Tatverdächtigen. Auch wenn dieser Wert deutlich über dem Vorjahr liegt, sei er immer noch vergleichsweise gering und ein Beleg für die hervorragende Jugendarbeit, die von den vielen Vereinen in Vogtsburg geleistet werde. Relativ hoch ist dagegen der Anteil von 10 Frauen an insgesamt 52 Tatverdächtigen. Gründe nannte Hagnberger hierfür nicht.

Anrufe falscher Polizisten
Hagnberger warnte davor, dass es in jüngster Zeit auch im Bereich seines Reviers vermehrt zu Anrufen falscher Polizeibeamter gekommen sei, mit denen Betrüger versuchten, verunsicherte Bürger um Geld oder andere Wertsachen zu bringen. Die Täter würden dabei oft sehr professionell vorgehen. Die Schadensummen seien zum Teil beträchtlich. Der Revierleiter betonte, dass die Polizei niemals Bürger dazu auffordern würde, ihr Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen.

Am Ende seiner Ausführungen berichtete der Polizeioberrat noch von 42 Verkehrsunfällen, die sich 2017 im Stadtgebiet Vogtsburgs ereigneten. Das sind 7 mehr als im Vorjahr aber 13 weniger als 2015. Ein Unfallschwerpunkt sei dabei die Kreuzung von L104 und Burkheimer Straße beim Hotel Kreuz Post.