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12. September 2015

Dank an engagierte Handwerker

Das Land ehrt die freiwilligen Helfer, die sich um den Erhalt der Mambacher Schmiede verdient gemacht haben.

  1. Einsatz für den Erhalt der alten Mambacher Schmiede gewürdigt (von links): Peter Hofelich, Gottfried Maier, Rainer Sobiera, Georg Staudenmayer, Werner Radfelder, Claudia Staudenmayer, Klaus Wetzel, Christian Schelb, Edmund Radfelder und Zells Bürgermeister Rudolf Rümmele. Foto: Hans-Jürgen Hege

  2. Angeheizt: Die alte Mambacher Schmiede kann am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden. Foto: Hans-Jürgen Hege

ZELL-MAMBACH. Das hohe Lied aufs Ehrenamt stimmte am Donnerstag Staatssekretär Peter Hofelich vom Finanzministerium Baden-Württemberg an. Und er ehrte eine Reihe von ehrenamtlichen Helfern, die sich bei der Sanierung der alten Mambacher Schmiede verdient gemacht haben.

Die Gerspacher-Schmiede in Mambach gehört nicht nur zu den ältesten Schmieden im Schwarzwald, sondern ist inklusive des Inventars vollständig erhalten. Sie wurde bis zum Schluss als klassische Schmiede betrieben. Der Vertreter der obersten Denkmalschutzbehörde im Land staunte zunächst über die tadellos instand gesetzte Schmiede und über die vielen, vielen Stunden, die "eine Handvoll engagierter Bürger" in das liebevoll restaurierte und inzwischen denkmalgeschützte Kleinod investierte.

"Mit ihrem großen Engagement haben diese Bürger dazu beigetragen, ein Stück Handwerksgeschichte und alte Handwerkstechnik der Nachwelt zu erhalten", lobte Hofelich, als er die Urkunden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bereitlegte, die er den Helfern, die laut Eigentümer Georg Staudenmayer "80 bis 90 Prozent der insgesamt geleisteten weit über 3000 Arbeitsstunden" in die Waagschale geworfen hatten: Edmund und Werner Radfelder, Christian Schelb, Rainer Sobiera (Vorsitzender des Fördervereins) und nicht zuletzt Allrounder Gottfried Maier, der allein 950 Stunden auf dem Zettel hat. Staudenmayer erinnerte in seiner Begrüßung an die Hürden, die von ihm und seinen Mitstreitern auf dem Weg zum Erhalt der Gerspacher-Schmiede zu nehmen waren. Und er gab zu, dass die ursprünglich angedachte Finanzierung der Sanierung auf eigene Kosten – die Rede war von 135000 Euro – unter Mithilfe des Regierungspräsidiums "einfach nicht möglich gewesen" sei.

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Das bestätigte auch Bürgermeister Rudolf Rümmele, der sich sichtlich freute, dass "unsere Stadt um eine weitere Perle auf der Schnur reicher" sei. Mut und Kraft zeichneten die Initiatoren der Schmiede-Sanierung aus, glaubt der Bürgermeister, der sich noch gut daran erinnern kann, wie er als Jugendlicher die Dienste des Mambacher Schmieds in Anspruch genommen habe.

Rümmele machte auch keinen Hehl daraus, dass der Fortbestand des Gebäudes auf Messers Schneide gestanden habe. Umso mehr bewundere er das Ergebnis intensiver Gespräche und Beratungen, die schließlich zur Gründung des Fördervereins und damit zum Erhalt des Hauses geführt habe. Gott sei Dank. Denn: "Mit solchen Projekten" – und er bezog ausdrücklich das Textilmuseum mit ein – "wird die Arbeit der Menschen im Oberen Wiesental verdeutlicht und gewürdigt", sagte Rudolf Rümmele.

Ortsvorsteher Klaus Wetzel lag daran , die Verdienste des Ehepaars Staudenmayer hervorzuheben, das der Schmiede aufs Podest half und zusammen mit dem Vorsitzenden Rainer Sobiera das Kunststück schaffte, 50 Mitglieder für das Objekt mitten im Dorf zu begeistern, denen es überaus wichtig sei, "jedes Rad, jede Schraube und jede Zange" im Originalzustand zu erhalten. Selbstverständlich ließ sich auch das Denkmalamt von der allgemeinen Begeisterung anstecken. Gitta Fehrenbach und Wolfgang Kaiser staunten über "das tolle Engagement" der Mambacher, die so dafür sorgten, "dass hier alles so aussieht, wie es aussieht." Natürlich sei den Denkmalpflegern ganz besonders an Objekten gelegen, an denen man auch künftigen Generationen zeigen kann, welche Funktions- und Arbeitsweisen das Leben der Altvorderen bestimmte. Unter diesen Gesichtspunkten sei ihrem Amt schnell klar gewesen, dass es sich bei der Schmiede um ein Denkmal handle, betonte Gitta Fehrenbach.

Ihr Urteil und der unermüdliche Einsatz eines beispiellosen Teams von (Hobby-)Handwerkern sorgten dafür, dass der Staatssekretär am Donnerstag "mit großen Augen" staunend durch prächtig hergerichtete Räumlichkeiten laufen konnte. "Hauptamtlich ist das, was hier geleistet wurde, nicht zu schaffen", wusste er. Es sei "großartig, was der Verein geleistet hat", sagte Peter Hofelich und verwies auf das Motto des "Tages des offenen Denkmals", das am kommenden Sonntag lautet: "Handwerk, Industrie, Technik." Gerade die Schmiede passe hervorragend zu diesem Motto.

Und er hoffe, dass es dem Verein gelinge, die Gebäude auch in Zukunft lebendig zu gestalten. Mambach, so Hofelich, spiele mit seiner Schmiede jetzt und am Tag des Denkmals eine "ganz wichtige Rolle im Land." Und das wurde nach den offiziellen Lobeshymnen – bewirtet von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Schönau – in den Stunden danach zünftig gefeiert.

Tag des offenen Denkmals

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, zwischen 11 und 17 Uhr in der "Alten Schmiede Mambach" ist die Bevölkerung herzlich eingeladen. Es gibt Führungen und Schmiedevorführungen und es werden viele Gegenstände aus dem früheren Schmiedebetrieb gezeigt.

Das dazugehörige Wohnhaus steht zur freien Besichtigung offen und gibt ebenfalls Einblick in diverse Gerätschaften und Möbel. Ein kleines Angebot gibt es auch um die Schmiede herum mit Nagelstamm, Feldschmiede und weiteren Aktionen. Die Mambacher Feuerwehr weist die Parkplätze zu und ist erster Orientierungspunkt für auswärtige Besucher. Die Feuerwehrmusik Mambach unterhält die Gäste zwischen 12 und 14.30 Uhr. Für das leibliche Wohl sorgen "die Germane Mambach". Am Tag des offenen Denkmals gilt in der Ortsstraße Tempo 30. Parkplätze gibt es am Ortseingang von Mambach aus Richtung Atzenbach und Häg-Ehrsberg. Ansonsten wird die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und des Wiesental-Radweges empfohlen.  

Autor: BZ

Autor: Hans-Jürgen Hege