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27. Juli 2013

Fotografien erzählen, wie es früher war

"Im Laufe der Zeit" heißt eine Ausstellung in der Galerie am Brühl in Gresgen, die in historischen Schwarz-Weiß-Bildern das dörfliche Leben dokumentiert.

  1. Thematisch gegliedert ist die Ausstellung, die Gresger Menschen und Gresger Dorfleben zeigt. Im Bild: Männer. Foto: Edgar Steinfelder

  2. Frauen in Tracht Foto: Edgar Steinfelder

GRESGEN. Sie wolle keinesfalls mit ihrer Vernissage dem 900-Jahr-Jubiläum vorgreifen, sondern vielmehr Lust darauf machen, sagte die Künstlerin und Galeristin Liesa Trefzer vor der Eröffnung ihrer bemerkenswerten Ausstellung am Donnerstagabend in der Galerie am Brühl. Und Lust auf das große Gresgener Jubelfest zum 900-jährigen Bestehen haben die vielen Gäste mit Sicherheit bekommen.

Sie sei bei der Auswahl des umfangreichen Bildmaterials in Gresgener Biografien eingetaucht. Viele Menschen auf den historischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen habe sie noch persönlich gekannt, die Lebensläufe anderer kenne sie aus Erzählungen und schriftlichen Überlieferungen. Deshalb habe sie die Zusammenstellung der thematisch gegliederten Bildtafeln sehr emotional berührt. Auf musikalische Umrahmung habe sie ausdrücklich verzichtet, weil in den Bildern selbst so viel Musik stecke, so Liesa Trefzer. Und mit dem Leitspruch "Im Laufe der Zeit" hat sie denn auch den Themenbereich ihrer Ausstellung trefflich betitelt. Unter den passenden Überschriften der einzelnen Bildtafeln sind da Fotografien vom ländlichen Leben in Gresgen um die Jahrhundertwende, von Schule und Kunst, von sozialen Einrichtungen, aber auch Aufnahmen von Frauen, Männern, Kindern und Familien aus dem Ort in schönen Schwarz-Weiß-Bildern dokumentiert. Und die geschmackvollen Keramikarbeiten der Künstlerin im direkten Umfeld der Bildtafeln bilden eine gelungene Symbiose von Kunst und Geschichte.

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Verblüffend ist die künstlerische Qualität zahlreicher Fotografien. Die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher waren beeindruckt von der im Bild festgehaltenen Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner. Weil man nur das relativ kleine Zeitfenster vom Ende des 20. und Anfang des 21.Jahrhunderts in Fotos dokumentieren könne, habe sie Zeittafeln aus Keramik geschaffen, die symbolisch den Weg durch 900 Jahre Gresgener Geschichte aufzeigen sollen, erklärte die Künstlerin Liesa Trefzer. Jede Tafel setze sich aus neun Mauerbruchteilen zusammen, durch sie sich die neun Jahrhunderte ihren Weg bahnen.

Dazwischen sollen tiefsinnige Gedichtzeilen auf den Betrachter wirken. So ist zu lesen: "Ein Jahr vergeht – wieder ein Stein aus dem großen Gemäuer der Zeit gebrochen. Der Wind trägt Gestern und Heute hindurch." Die einzelnen Tafeln seien als Gastgeschenke gedacht. Als Fotocollage konnte man die Kunstwerke auf einem großen Wandbild bewundern.

Auch Ortsvorsteher Peter Eichin und seine Lebensgefährtin Manuela Kempf sowie der evangelische Pfarrer Christian Rave waren als Gäste von der überaus gelungenen Präsentation Gresgener Geschichte in den stilvollen Räumen der Galerie am Brühl restlos begeistert. Und eine besondere Freude war es für die Künstlerin, selbst mit der Johann-Peter-Hebel-Gedenkplakette ausgezeichnet, dass sie auch die beiden Plakettenträger Karl Heinz Vogt und Markus Manfred Jung begrüßen durfte. Das musste man dann natürlich mit einem Gruppenfoto vor dem Kunstwerk mit dem Weg durch neun Jahrhunderte Gresgener Geschichte im Bild festhalten.

Und dann verriet Liesa Trefzer, dass man zusammen mit dem 900-Jahr-Jubiläum Gresgens auch das 25-jährige Bestehen der Galerie am Brühl feiern könne.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist heute, Samstag, und Sonntag sowie am 3. und 4. August je von 13 bis 19 Uhr zu sehen.

Autor: Edgar Steinfelder