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08. September 2015

Frischer Anstrich für alte Schmiede

Alte Dorfschmiede Mambach macht mit beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September.

  1. Herausgeputzt für den Denkmalstag: Maler Christian Schelb legt letzte Hand bei der Beschriftung der Fassade an. Foto: Paul Berger

ZELL-MAMBACH. Obwohl noch nicht alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird die "alte Mambacher Dorfschmiede" am Sonntag, den 13. September, für Besucher geöffnet. "Wir haben diesen Termin bewusst gewählt", erklärt Georg Staudenmayer, der Besitzer des Anwesens, da an diesem Tag gleichzeitig landesweit an das "offene Denkmal" erinnert werde.

Unter Denkmalschutz steht auch die alte Schmiede in der Dorfmitte von Mambach. Dort wo man früher Pferde mit Hufeisen beschlagen hat, aber auch allerlei Ackergeräte geschmiedet und hergerichtet wurden, ist mit der tatkräftigen Mithilfe und Unterstützung zahlreicher engagierter Bürger inzwischen ein kleines Schmiedemuseum entstanden. Damit, so berichtet Ortsvorsteher Klaus Wetzel, folgte man einem Wunsch aus der Bevölkerung. Denn die Mambacher selbst waren es, die ihre alte Schmiede im Dorf um jeden Preis behalten und gleichzeitig auch der Öffentlichkeit zugänglich machen wollten.

Wetzel sprach von "einem echten Glücksfall" für Mambach und erinnerte daran, dass mit dem jetzigen Eigentümer Georg Staudenmayer ein erfahrener Fachmann für die Sanierung und den Erhalt der teilweise vom Zerfall bedrohten Schmiedewerkstatt gefunden wurde. Diese habe sich, wie kürzlich bei einem Pressegespräch zu erfahren war, bei der Übernahme vor fünf Jahren "in einem sehr schlechten Zustand" befunden. Nicht nur die Zwischendecke über der Werkstätte war altersschwach und somit teilweise einsturzgefährdet, auch das Gebälk und die Dacheindeckung wiesen nicht unerhebliche Schäden auf. Eine Rundumerneuerung der alten Schmiede war nach Auskunft von Rainer Sobiera, dem Vorsitzenden des Vereins zum Erhalt der Schmiede, daher dringend geboten. Manche der vorhandenen Balken wurden nur noch durch die darüber genagelten Bretter zusammengehalten, beschrieb er den Zustand vor Beginn der Sanierungsarbeiten.

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Auch das alte Bruchsteingemäuer wies an mehreren Stellen schon erhebliche Schäden auf, weshalb man die Mauern der Schmiede nun mit einem Ringgurt versehen hat. Neben einem völlig neuen Dachgebälk wurde über der Schmiedewerkstatt eine komplett neue Decke eingezogen. Für die Dacheindeckung selbst wurden die Originalziegel verwendet. Auf dem Dachboden, wo der frühere Besitzer Siegfried Gersbacher ein regelrechtes Sammelsurium an Geräten und Materialien gelagert hatte, ist mittlerweile ein ansprechender und gemütlicher Aufenthaltsraum geschaffen worden. Dort befinden sich auch zwei stattliche rustikale Eichentische, die eigens von einem Mambacher Bürger für diesen Raum gezimmert wurden.

Überhaupt habe man für das Projekt "Alte Schmiede" sehr viel Hilfe und Unterstützung erfahren, versicherten übereinstimmend Georg Staudenmayer und Rainer Sobiera. Bis zum heutigen Tag hätten sich die Vereinsmitglieder und Freunde mit rund 3000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden eingebracht. Von Vorteil sei, dass viele der Helfer über handwerkliche Fähigkeiten verfügen. Zehn der insgesamt 50 eingetragenen Vereinsmitglieder zählen "zum harten Kern, die immer wieder tatkräftig mit angepackt haben", so Georg Staudenmayer. Ebenso brachte der Vorsitzende Rainer Sobiera, von Beruf Bautechniker, sein fundiertes fachliches Wissen mit ein.

Im Eingangsbereich der Schmiede, wo sich früher das Eisenlager und der Klauenstand für Rindviecher befanden, ist inzwischen ein kleiner Anbau mit einer Küchenzeile und einem leicht zugänglichen Behinderten-WC neu geschaffen worden. Was künftig den Besuch des Schmiede-Museums angeht, zeigt sich Georg Staudenmayer recht optimistisch. Ein Plus ist aus seiner Sicht, dass Mambach sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Velo bequem erreichbar ist.

Am Tag der offenen Tür (Sonntag, 13. September) sind nicht nur die Werkstätte und die Räume der Schmiede für jedermann zu besichtigen. Die Besucher haben auch die Möglichkeit an diesem Tag das dazugehörige Wohnhaus, das ebenso wie die Schmiede unter Denkmalschutz steht, zu besichtigen. Die Bewirtung der Gäste im benachbarten Bürgersaal werden die Germanen übernehmen und für die Unterhaltung sorgt die Feuerwehrmusik Mambach.

Bereits am Donnerstag, den 10. September wird Staatssekretär Peter Hofelich, der gleichzeitig Oberster Denkmalschützer des Landes ist, ebenfalls zu einem Besuch in der Mambacher Schmiede erwartet.

Autor: Paul Berger