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21. September 2012 20:50 Uhr

VAG

Zu viel Kleingeld: Nachtbusfahrer lässt 17-Jährige stehen

Der Fahrer eines VAG-Busses hat eine 17-Jährige um kurz nach ein Uhr nachts allein am Bertoldsbrunnen stehen lassen, weil sie ihr Ticket unter anderem mit zehn Zwei-Cent-Münzen bezahlen wollte.

  1. Planeten stehen für Nachtbusse Foto: Michael Bamberger

"Sehr verwunderlich" findet der Vater des Mädchens dieses Verhalten, "da die Nachtbusse ja wohl auch dem Schutz der jungen Leute dienen sollten." Er holte seine Tochter schließlich selbst in der Innenstadt ab.

Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) bestätigte nach einem Gespräch mit dem Busfahrer inzwischen die Schilderungen des Vaters. Der Fahrer habe formal richtig gehandelt, betont Pressesprecher Andreas Hildebrandt. Man werde die Mitarbeiter aber darauf Hinweisen, künftig in ähnlichen Situationen mit der notwendigen Sensibilität zu reagieren.

Die 17-Jährige aus dem Stadtteil Haslach wollte in der Nacht auf vergangenen Sonntag mit dem Nachtbus "Merkur" nach Hause fahren, Abfahrt 1.11 Uhr ab Bertoldsbrunnen. Die 2,50 Euro fürs Nachtbus-Ticket hatte sie abgezählt dabei: Eine Zwei-Euro-Münze, drei Zehn-Cent-Münzen und eben zehn Münzen à zwei Cent. "Dafür habe ich kein Behältnis", hielt ihr der Busfahrer laut der Schilderung des Vaters entgegen und forderte sie auf, das Geld zu wechseln.

Der Bus fuhr ab, die Tochter rief ihre Eltern an, um sich am Bertoldsbrunnen abholen zu lassen. Er sei über den Vorgang "sehr ungehalten", sagt der Vater – er halte es für mehr als zumutbar, dass seine Tochter, die übrigens täglich die VAG-Regiokarte nutze, für die genannten Münzen ein Ticket kaufe. VAG-Sprecher Hildebrandt verweist dagegen auf die Beförderungsbedingung, in denen es heißt: "Das Personal ist nicht verpflichtet, Geldbeträge über 10 Euro zu wechseln und Ein- und Zwei-Centstücke im Betrag von mehr als 10 Cent (...) anzunehmen."

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Deshalb habe der Busfahrer das Mädchen aufgefordert, das Geld bei einem der Umstehenden zu wechseln. Vor der Abfahrt habe er nochmals Ausschau nach ihr gehalten, sie aber nicht mehr gesehen.

Insgesamt sei der Verkauf der Nachtbus-Tickets, die es nur beim Fahrer gibt, sehr aufwändig, so Hildebrandt; in den Merkur-Bus um 1.11 Uhr stiegen in der Regel 50 bis 60 Fahrgäste ein. Die Fahrer achteten daher auf einen zügigen Ticketverkauf: "Schließlich soll ja pünktlich abgefahren werden."

Natürlich könne man fragen, ob der Fahrer gerade bei einem jungen Mädchen nicht "ein Augen habe zudrücken sollen", räumt Hildebrandt ein. Die Fahrer müssten aber davon ausgehen, "dass um diese Uhrzeit nur volljährige Personen unterwegs sind."

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Autor: Thomas Goebel