BZ-Interview

Zur Organisation des Para-Weltcups in Oberried haben sich 200 Helfer gemeldet

Gerhard Lück

Von Gerhard Lück

Di, 16. Januar 2018 um 17:13 Uhr

Oberried

Wieder muss der Skiclub Oberried beweisen, dass er – zum vierten Mal – der Organisation eines Weltcups für Skisportler mit Handicap gewachsen ist. Wie das geht, erzählt Michel Martin im Interview.

Am Freitag, 19. Januar, um 14 Uhr beginnt mit dem ersten offiziellen Training in der Nordic-Arena am Notschrei der Weltcup. Mit Michael Martin, Skiclub-Vorsitzender und Chef des Organisationskomitees, sprach Gerhard Lück.

BZ: Herr Martin, der Skiclub Oberried richtet bereits zum vierten Mal einen Weltcup für nordische Skisportler mit Handicap aus. Wie kam es zu der erneuten Beauftragung?

Martin: Bereits vor vier Jahren haben sich die Verantwortlichen des Skiclubs dazu entschlossen, vermehrt in der Sparte Behindertensport tätig zu werden. Wir entschieden, regelmäßig alle vier Jahre, jeweils im Jahr der Paralympics, einen nordischen Para-Weltcup auszurichten. Deshalb haben wir rechtzeitig beim Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) einen Antrag auf Ausrichtung des diesjährigen Weltcups gestellt. Die Paralympics 2018 finden ja Ende Februar in Pyeongchang in Südkorea statt.

BZ: Diesmal dauert die Veranstaltung zehn Tage. Werden am Notschrei zwei Weltcups zusammengefasst?

Martin: 2014 fand der Langlauf-Weltcup in Oberstdorf statt – wir richteten nur die Biathlon-Wettbewerbe aus. Nachdem den Oberstdorfern das in diesem Jahr nicht möglich war, wurden uns der Langlauf- und der Biathlonwettbewerb angetragen. Nach kurzen Diskussionen haben wir uns entschlossen, diese doppelte Herausforderung anzunehmen.

BZ: Wie viele Teilnehmer und Begleiter aus wie vielen Ländern erwarten Sie zu den Wettkämpfen?

Martin: Es gehen insgesamt 170 Sportlerinnen und Sportler mit Handicap und 50 Guides bei zahlreichen Einzelstarts auf die Strecke. Die Sportler werden von über 100 Technikern, Betreuern und Funktionären begleitet. Nachdem auch einige ganz exotische Länder wie beispielsweise Brasilien, Iran oder Tadschikistan ihre Teilnahme meldeten, sind es jetzt 30 Nationen, die sich am Nordic-Center treffen.

BZ: Unter den Aktiven sind auch viele Rollstuhlfahrer und Prothesenträger. War es schwierig, für diese geeignete Unterkünfte zu finden?

Martin: Um das zu bewerkstelligen, mussten wir barrierefreie Unterkünfte im gesamten Dreisamtal und auch in Freiburg suchen. 160 Teilnehmer sind in Freiburg mit Übernachtung und Frühstück untergebracht. Alle Teilnehmer werden tagsüber im Nordic-Center und am Abend in ihren Hotels oder beim Bären-Wirt in Zarten verköstigt.

BZ: Um eine solche Großveranstaltung zu stemmen, braucht es viele Ehrenamtliche. War es schwierig, so viele Engagierte zu finden?

Martin: Zunächst schien es sehr schwierig zu werden. Doch dann haben sich mehr als 200 Helfer gemeldet. Diese können natürlich nicht an allen zehn Tagen helfen, aber auch Helfer für einen Tag waren uns selbstverständlich willkommen. Die Aufgaben der Ehrenamtlichen liegen beispielsweise in den Bereichen Verpflegung, an der Strecke oder beim Parkplatzdienst und sind somit sehr breit gefächert.

BZ: Wo können die hoffentlich zahlreichen Zuschauer die Wettkämpfe am besten verfolgen?

Martin: Die Wettkämpfe finden im Nordic-Center Notschrei statt. Dort gibt es im Stadion und auch entlang der Strecke die Möglichkeit, die Wettkämpfer hautnah in Aktion zu erleben und über die großartigen Leistungen beispielsweise der Schlittenfahrer zu staunen. Für die Biathlonwettkämpfe werden wir erstmals ein Zuschauerpodium am Schießstand errichten, damit die Besucher die Schießleistungen noch besser beobachten können.

Michael Martin, 51 Jahre alt, ist Zollbeamter, verheiratet und hat vier Kinder. Martin ist seit 1993 Vorsitzender des Skiclubs Oberried, außerdem ist er der Sprecher der Oberrieder Vereine.
Info: Die Wettkämpfe beginnen am Samstag, 20. Januar, um 10 Uhr im Nordic-Center Notschrei mit dem Skilanglauf auf der Mittelstrecke. Um 19 Uhr finden dann die offizielle Eröffnung des Weltcups und die erste Siegerehrung in der Goldberghalle in Oberried statt.


Weitere Informationen zum Programm des Weltcups sind im Internet zu finden unter http://www.weltcup-oberried.de.