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31. Juli 2012 07:56 Uhr
Schlussverkauf
Zweitausendeins schließt wahrscheinlich Anfang 2013
Wenn nicht noch etwas Überraschendes geschieht, wird der Verlag Zweitausendeins seine Filiale in Freiburg schließen: Es findet sich niemand, der den rund 200 Quadratmeter großen Laden im Waisenhausgässle hinter dem Münsterplatz als Franchisenehmer weiterbetreiben möchte.
Der Mietvertrag ist bereits nicht mehr verlängert worden; das bestätigte der Vermieter. Das heißt: Im Februar 2013 ist höchstwahrscheinlich Schluss – Freiburg wäre damit die erste von bundesweit 14 Filialen, die schließen würde.
Im April diesen Jahres wurde dann bekannt, dass Zweitausendeins Eigenverlag und Versandgeschäft ausbauen, dafür aber seine 14 Filialen an Franchisenehmer verkaufen will. Doch Käufer zu finden scheint schwierig. "Der Buchhandel hat es generell schwer", sagt Helken.
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Auch im Freiburger Zweitausendeins habe man immer weniger Kundschaft: "Ich glaube, wir leben seit Jahren vom Image, das mal war", so Helken. Zwar gebe es starken Rückhalt und ein treues Stammpublikum bei den "Alt-68ern", aber diese Zielgruppe wird kleiner. Junge Leute, auch Studenten, könnten mit dem Mythos Zweitausendeins nicht mehr viel anfangen. Helken: "Das ist tatsächlich eine Generationenfrage. Die Jungen gehen ins Internet, und unsere Lage ist auch nicht günstig."
Ende der 1990er-Jahre, als Zweitausendeins von der Schiffstraße ins Waisenhausgässle umzog, war die Blütezeit des Verlags. Zeitweise arbeiteten bis zu zwölf Mitarbeiter in der Freiburger Filiale, wo von der Politikstudentin bis zum Juraprofessor, vom Pfarrer bis zur Sozialarbeiterin das aufgeklärte Bürgertum günstige Bücher und Platten kaufte. Die jetzige Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Edith Sitzmann, arbeitete als Studentin zwei Jahre lang in der Schiffstraße, die Anfang der 1970er-Jahre bezogen wurde. Dort war das Angebot auf 50 Quadratmetern Verkaufsfläche zusammengequetscht und bei Kundenansturm wurde die Atemluft knapp. Im Waisenhausgässle hinter dem Münsterplatz ist die Ausstattung großzügiger.
Doch Zweitausendeins hat dem Vermieter, dem Caritasverband Freiburg-Stadt, vor einigen Tagen mitgeteilt, dass man den Mietvertrag nicht mehr verlängern wolle. Dem Vernehmen nach zahlt der Verlag rund 5000 Euro pro Monat für den Laden. "Wir bedauern diesen Schritt", sagt Werner Wißler, Abteilungsleiter Wirtschaft und Finanzen beim Caritasverband, "wir hätten Zweitausendeins den Laden gerne weiter vermietet." Am 28. Februar 2013 läuft der Vertrag aus, bis dahin will der Caritasverband einen Nachmieter gefunden haben.
Und die Stimmung bei den Mitarbeitern? Traurig? "Jein", sagt Filialleiter Helken, dem Unternehmen seit Jahrzehnten verbunden. "Für uns sind Turbulenzen ja nichts Neues."
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Autor: Simone Lutz



