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22. April 2010

Zwischen Rausch und Salomon liegen 100 000 Euro

Wahlkampfkosten: Ulrich von Kirchbach setzt auf Anzeigen / Freundschaftsdienste einerseits, hohe Agenturkosten andererseits.

Mit sehr unterschiedlichen Budgets bestreiten die drei OB-Kandidaten ihre Wahlkämpfe. Und auch mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Das Wahlkampfteam von Ulrich von Kirchbach (SPD) kalkuliert mit 81 000 Euro und gibt am meisten für Anzeigen aus. Die Initiative "Wechsel im Rathaus", die Günter Rausch unterstützt, liegt derzeit bei 22 000 Euro und hat hohe Druckkosten. Der Wahlkampf von Amtsinhaber Dieter Salomon (Grüne) kommt nach derzeitiger Kostenschätzung auf 128 000 Euro , fast ein Drittel davon für Agenturen.

Das geht aus den Angaben der drei Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl am 25. April hervor. Sie haben auf Anfrage der BZ ihre Kalkulationen für den Wahlkampf offen gelegt. Und zugesagt, dass sie nach dem Wahlsonntag ihre Budgets von der renommierten Anwalt- und Steuerkanzlei "Kaiser & Sozien" prüfen lassen, sobald alle Rechnungen gestellt sind.

Vor acht Jahren hatte er nach Außenseiter Michael Moos den kleinsten Etat und den Wahlkampf gewonnen. Damals rechnete Dieter Salomon mit 45 000 Euro, nach dem zweiten Wahlgang waren es mehr als doppelt so viel, aber nicht mal die Hälfte von dem, was CDU-Kandidatin Gudrun Heute-Bluhm zur Verfügung hatte. Als Titelverteidiger hat Salomon nun das höchste Budget. Die größten Posten sind die Agenturkosten mit 44 000 Euro, Anzeigen für 20 000 Euro, die Ausgaben fürs Wahlbüro mit gut 13 000 Euro, die Folder samt Verteilung für knapp 12 000 Euro. Porträtfotos und Film schlagen mit mehr als 8 000 Euro zu Buche.

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Gleich viel, nämlich rund 6000 Euro, kalkulieren Dieter Salomon und Ulrich von Kirchbach für den Druck ihrer Plakate. Sein Herausforderer und Sozialbürgermeister hat mit 21 000 Euro auch ähnlich viel angesetzt für Anzeigen. Allerdings kalkuliert er nur 10 000 Euro für die Leistungen der Werbeagentur – deutlich weniger als der Amtsinhaber. Fürs Personal will Ulrich von Kirchbach mit knapp 5000 Euro hinkommen.

Den kleinsten Etat hat Günter Rausch. Doch mit mindestens 22 000 Euro liegt er mehr als dreimal höher als vor acht Jahren der linke Stadtrat Michael Moos. Am meisten gibt Rauschs Wählerinitiative für den Druck von Plakaten (1300 Euro) sowie von Flyern und Infoblättern aus (4700 Euro). Keine 2000 Euro verlangte bislang die Agentur. "Das ist ein Freundschaftspreis", sagt Gerhard Naser, der die Rolle des Schatzmeisters in der Wählerinitiative inne hat. Auch das Kandidatenfoto muss ein guter Freund gemacht haben, denn mit 119 Euro verlangte er nur ein Fünfzigstel von dem, was Salomon für seine Porträts bezahlen musste.

Salomon und Rausch rechnen ohne das Geld einer Partei. Beide finanzieren ihren Wahlkampf aus Spenden. Rausch hat gut 15 000 Euro gesammelt. Ein mögliches Defizit müsste die Initiative decken, und einen Teil davon folglich Günter Rausch, erklärt Naser. Wo das Spendenbarometer für den Amtsinhaber steht, will dessen Frau und Finanzchefin Helen Hall-Salomon nicht verraten. Nur so viel: "Es läuft gut." Und sie sei optimistisch, dass keine Lücke übrig bleibt, die Dieter Salomon ausgleichen müsste. 40000 Euro schießen Landes- und Kreisverband der SPD dem Wahlkampf von Ulrich von Kirchbach zu, 10 000 Euro steuert der Kandidat selbst bei, und die Spendeneinnahmen haben mit 36 000 Euro das Soll bereits um 80 Prozent überschritten. Wahlkampfkoordinator Markus Schupp spricht vom "Ansturm auf die Wählerinitiative".

Doch ob die Rechnung der Kandidaten tatsächlich aufgeht, wird sich erst nach der Wahl belegen lassen.

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Autor: Uwe Mauch