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15. Juni 2012

Zwischenrain wird zum Urnengrabfeld

Friedhofsgestaltung erneut Thema im Gemeinderat / Ausschreibung beschlossen / Friedhof Giersberg als Beispiel empfohlen.

  1. Urnengrabfeld des Friedhofes Giersberg in Kirchzarten Foto: Barbara Schmidt

  2. Der Friedhof in Oberried wird mit der Anlage eines Urnengrabfeldes ein neues Erscheinungsbild erhalten. Foto: Markus Donner

OBERRIED. Ende März hatte sich der Gemeinderat für eine Friedhofsplanung entschieden. Zuvor hatte es ausführliche Diskussionen gegeben. Man glaubte sich auf dem richtigen Weg. Dass das Thema damit nicht erledigt war, zeigte sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Nichts geändert hat sich an der Auffassung, dass der Friedhof für die Gemeinde eine besondere Bedeutung hat und bei allen notwendigen Neuerungen seinen historischen Charakter behalten soll. Die fachkundigen Erläuterungen von Diplom- Ingenieur Eberhard Schmitt waren für die Beratungen und die Urteilsbildung sehr hilfreich.

In der neuen Diskussion des Gemeinderats ging es vor allem um die Erstellung einer Urnengrabplatzanlage. Der Gemeinderat hatte schon zuvor beschlossen, im Zwischenbereich zu den Grabkammern eine zweistufige Urnengrabplatzanlage anzulegen. Im Haushalt ist dafür ein Betrag von 50 000 Euro eingestellt. Die Verwaltung hat zusammen mit Michael Steinhart nachfolgenden Vorschlag konkretisiert.

Bedingt durch die Hanglage des Friedhofs wird das Urnengrabfeld auf zwei Ebenen realisiert. Beide werden getrennt durch senkrechte Palisaden und eine Buschreihe vor Absturz gesichert. Die Urnengrabfelder bilden eine Rasenfläche. Bei Belegung wird eine waagrechte Bodenplatte mit Inschrift in das Rasenfeld eingebracht. Als Schmuck kann eine Blumenschale ergänzt werden. Eine Treppe teilt das Urnenfeld und verbindet die beiden Ebenen miteinander. Auf sie könnte verzichtet werden.

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Nach derzeitigem Stand sind 38 Gräber (Röhren) vorgesehen, die doppelt belegt werden können und unten offen sind. Damit stehen insgesamt 76 Bestattungsmöglichkeiten zur Verfügung, die bei Wegfall der Treppe noch deutlich erhöht werden können. Je nach Material und Ausführung belaufen sich die Kosten zwischen 25 000 und 35 000 Euro brutto. Eine Rundung der Anlage könnte man schon akzeptieren. Das Ergebnis soll, so die Meinung im Gemeinderat, gleichzeitig schön und wirtschaftlich sein und sich in das Gesamtbild des Friedhofes einfügen.

Als Beispiel, wie das praktisch aussehen könne, wurde der Friedhof Giersberg in Kirchzarten genannt. Dort könne man sich die Wirkung auf den Betrachter einer solchen Anlage ansehen.

Mit 11 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen befürwortete der Gemeinderat die Ausschreibung. Weitgehend einig war man sich, die reine Grabpflege an die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner zu übergeben. Diese Form der Grabpflege gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist Vorsorge für den Fall, dass Angehörige die Grabpflege nicht mehr selbst übernehmen können.

Bürgermeister Franz-Josef Winterhalter schlug vor, die Bevölkerung in einer Veranstaltung zu informieren. Das sollte so bald wie möglich geschehen, war auch die Meinung von Eugen Schreiner (SPD) und hierzu gab es auch keinen Widerspruch. Es wurde dafür plädiert, unbedingt den Rat der Experten einzuholen. Schließlich mache man eine solche Friedhofsneugestaltung nicht alle Tage.

Autor: Wolfgang Grosholz