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21. März 2017

Schweiz

Zwei Tote bei Brand im Fricktal in Gansingen

GANSINGEN I: Beim schweren Brand im Fricktal hatten die Einsatzkräfte keine Chance mehr, die beiden Opfer im Haus zu retten.

  1. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, stand das Gebäude in Vollbrand. Foto: Kantonspolizei Aargau

GANSINGEN/AARGAU. Den Einsatz vom Sonntag wird Thomas Senn, Kommandant der Feuerwehr Mettauertal-Gansingen, nicht so schnell vergessen. Beim durch eine heftige Explosion ausgelösten Brand eines Wohnhauses, der – wie gemeldet – zwei Todesopfer forderte, war vieles speziell. Schon die Meldung, die um 4.36 Uhr bei Senn einging. "Brand groß in Gansingen", hieß es auf seinem Mobiltelefon. Und wenige Sekunden später folgte eine zweite Meldung: "Explosionsgefahr".

"Das löste bei mir ein mulmiges Gefühl aus, denn man weiß ja nie, ob es zu weiteren Detonationen kommt", sagt Senn. Kam es "zum Glück" nicht. Es gab zwar noch zwei, drei kleine Knaller. "Doch das dürften die Reifen des Autos gewesen sein, die explodiert sind", mutmaßt Senn. Als die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen und 65 Mann an der Außerdorfstraße eintraf, stand das Gebäude in Vollbrand. "Es war sofort klar: Das Haus ist nicht mehr zu retten. Wir konzentrierten uns deshalb darauf, einen Übergriff auf die Nachbargebäude zu verhindern."

Etwas fiel Senn sofort auf: Sämtliche Außenwände fehlten. "Normalerweise bricht das Feuer an einer Stelle aus und eine oder mehrere Wände stehen noch." Da dies am Sonntag nicht der Fall war, konnte die Mannschaft das Feuer nur von außen bekämpfen. "Die Statik ließ es nicht zu, ins Haus vorzurücken", so Senn. Weshalb bei diesem Brand alle Wände fehlten, will Senn nicht beurteilen. "Das wäre Spekulation. Die Brandermittlung wird das zeigen."

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Schlimm war für ihn und seine Mannschaft jener Moment, als klar war: Im Schlafzimmer des Hauses, das P. A. gehörte, liegen zwei Leichen. Geborgen wurden sie von Spezialisten der Kantonspolizei. Dies zu verarbeiten, fällt nicht leicht. Noch am Sonntag sprach Senn mit der Mannschaft und nahm am Montag mit einzelnen nochmals Kontakt auf. "Die Mannschaft weiß, dass jeder mich jederzeit anrufen kann." Da die meisten den ersten Schock gut weggesteckt haben, verzichtete Senn darauf, das Careteam aufzubieten. Ein Feuerwehrmann wird inzwischen vom Careteam betreut. "Er hat Mühe mit der Verarbeitung." Sollten mehrere Hilfe wünschen, werde er sofort eine Nachbesprechung zusammen mit dem Careteam organisieren.

Senn ist froh, dass nicht noch mehr passiert ist. "Es ist eine Tragödie, doch immerhin konnten wir verhindern, dass das Feuer auf weitere Gebäude übergreift." Seine Mannschaft habe einen Top-Job gemacht, ist Senn überzeugt. Das sieht auch Gemeindeammann Mario Hüsler so. Für ihn und seine Mannschaft sei wichtig, zu wissen, "dass wir keinen Fehler gemacht haben", sagt Senn. Die Feuerwehr hatte keine Chance, die beiden Opfer zu retten.

Autor: Thomas Wehrli