Nord-, Mittel- und Südamerika

Amerika-Gipfel sagt Korruption den Kampf an

dpa

Von dpa

Mo, 16. April 2018 um 09:23 Uhr

Ausland

Sie wollen verstärkt Korruption bekämpfen: Die Staats- und Regierungschefs aus mehr als 30 Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas. Auf dem Amerika-Gipfel übten die Länder scharfe Kritik an Venezuela.

Die Staats- und Regierungschefs aus mehr als 30 Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas wollen verstärkt Korruption bekämpfen. Sie unterzeichneten am Samstag zum Abschluss des Amerika-Gipfels in Lima ein Dokument, in dem sie sich zu nationalen und regionalen Aktionsprogrammen für mehr Transparenz und gegen Bestechung verpflichten. Vorbeugung und Bekämpfung der Korruption seien entscheidend für die Stärkung der Demokratie, heißt es in der einstimmig verabschiedeten Erklärung.

16 der 34 teilnehmenden Staaten riefen zudem die Regierung Venezuelas zu einer transparenten Präsidentenwahl am 20. Mai auf. Verhaftungen aus politischen Gründen dürfe es nicht geben. Andernfalls sei die Wahl nicht legitim. Venezuela war von dem Gipfeltreffen ausgeschlossen worden. Argentiniens Präsident Mauricio Macri warf Venezuela vor, ein extrem korrupter Staat zu sein, in dem die demokratischen Institutionen geschwächt seien. Sowohl Macri als auch sein chilenischer Kollege warnten, dass sie die Präsidentenwahl, bei der sich Staatschef Nicolás Maduro zur Wiederwahl stellt, unter den gegebenen Umständen nicht anerkennen würden. US-Vizepräsident Mike Pence rief die amerikanischen Staaten auf, die Regierung Maduros zu isolieren. "Venezuela war einmal eine Demokratie, jetzt ist das Land in Diktatur und Tyrannei gestürzt", sagte Pence, der in Vertretung von Präsident Donald Trump am Gipfel teilnahm. Der US-Präsident hatte kurzfristig wegen der Syrienkrise abgesagt. Die USA würden 16 Millionen US-Dollar für die Flüchtlinge aus Venezuela bereitstellen, so Pence. Auch Kanadas Regierungschef Justin Trudeau verurteilte das Vorgehen Maduros.