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16. März 2009 11:17 Uhr
Noch ein Trittbrettfahrer in Freiburg
Amoklauf-Drohung legt Schulbetrieb lahm
Übler Scherz oder ernste Bedrohung? Unbekannte haben an der Richard-Fehrenbach- und der Walther-Rathenau-Gewerbeschule einen Amoklauf angekündigt. Die Polizei reagierte sofort. Seit Winnenden gab es im Regierungsbezirk bereits mehr als zehn Trittbrettfahrer.
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Heute keine Schule: Ein Zettel informiert die Schüler; „aus gegebenem Anlass“ bleibe das Schulzentrum geschlossen. Foto: Ingo Schneider
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Die Polizei demonstriert Präsenz vor der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule Foto: Ingo Schneider
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Ein weiterer Trittbrettfahrer hat in Freiburg für den zweiten Großeinsatz binnen weniger Tage gesorgt. Foto: Ingo Schneider
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Freiburgs Polizeisprecher Ulrich Brecht steht der Presse Rede und Antwort. Foto: Ingo Schneider
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Drohung mit Folgen: An der Richard-Fehrenbach- und der Walther-Rathenau-Gewerbeschule konnten die Schüler daheim bleiben. Foto: Ingo Schneider
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Eine Notiz am Eingang gibt Auskunft über den Unterrichtsausfall. Foto: Ingo Schneider
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Kein Durchgang: Die Polizei ließ am Montag niemanden in die Richard-Fehrenbach- und die Walther-Rathenau-Gewerbeschule in Freiburg. Foto: Ingo Schneider
Bereits am Freitag war die Drohung entdeckt worden: "Amoklauf am Montag, 16. März" war auf eine Toilettentür im Gewerbeschulzentrum an der Friedrichstraße geschrieben worden. Die Schulleitung informierte noch am Abend die Polizei und das Regierungspräsidium (RP). Kurz darauf fiel die Entscheidung, den Schulkomplex am Montag für den ganzen Tag zu sperren. "Bei einem so großen, offenen Gebäude und knapp 3000 Schüler hatten wir kaum eine andere Wahl", so Polizeipressesprecher Ulrich Brecht. Martin Voßler, Koordinierungsreferent Schule und Bildung vom RP, sagte: "Eine völlig vernünftige Maßnahme."
Als dann am Montag gegen acht Uhr morgens die ersten Gewerbeschüler kamen, wurden sie wieder nach Hause oder in ihre Betriebe geschickt. Ein Polizeiaufgebot durchsuchte am Vormittag das Gebäude; Polizeibeamte waren auch in der näheren Umgebung präsent. Die Lehrer trafen sich um 9.30 Uhr zu einer Konferenz, auf der sie von der Schulleitung über die Drohung und die Maßnahmen der Polizei informiert wurden. Die Polizei ist zuversichtlich, den Täter zu finden: "Die Handschrift hat individuelle Züge und deutet nicht auf eine ältere Person hin", so Polizeipressesprecher Brecht. Gegen elf Uhr morgens war die Durchsuchung des Gebäudes beendet; Sprengstoffe oder ähnliches wurden nicht gefunden. Die Schule blieb wegen der Drohung dennoch den ganzen Tag geschlossen.
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Nach dem Amoklauf von Winnenden ist es im Regierungsbezirk Freiburg bereits zu mehr als zehn Nachahmungstaten gekommen. Vergangenen Donnerstag war eine Bombendrohung in der Herderner Karlschule eingegangen. In diesem Fall hat die Polizei einen Verdächtigen verhaftet: Ein 46 Jahre alter Mann aus dem Raum Emmendingen soll die Bombendrohung ausgesprochen haben. Er wird nach Paragraf 126 "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" angeklagt; darauf steht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. "Wir haben großes Interesse daran, dass dies möglichst schnell geahndet wird", so Wolfgang Maier, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft.
So auch in den anderen Fällen von Nachahmungstätern. Dem RP zufolge sind die meisten Trittbrettfahrer bereits geschnappt. Gegen sie werde ermittelt.
Autor: Simone Lutz


