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06. August 2012 00:25 Uhr

Teil 13

Leserfragen: Warum zahlen in Griedenland die Reichen keine Steuer?

Unser Leser Walter Schöngarth fragt: Weshalb schaffen es die Griechen nicht, die Reichen dazu zu bringen, Steuern zu bezahlen?

  1. Foto: Zeichnung: Stuttmann

Schaut man sich die Statistiken der griechischen Finanzverwaltung an, könnte man den Eindruck gewinnen, es gebe gar keine reichen Griechen. Im vergangenen Jahr meldeten gerade mal 21 Steuerzahler dem Finanzamt Jahreseinkommen von mehr als 900 000 Euro. Die Zahl derer, die Einkommen zwischen 500 000 und 900 000 Euro deklarierten, betrug 102.

Dass es in Griechenland kaum Millionäre geben soll, ist wenig glaubhaft, wenn man die riesigen Motorjachten in den Marinas von Athen betrachtet oder die Luxusanwesen im Villenvorort Ekali. Und eine andere Statistik widerlegt die These, dass es in Griechenland keine Reichen gibt: Die griechische Steuerfahndung gleicht jetzt die versteuerten Einkommen mit den Auslandsüberweisungen ab. Dabei kommen krasse Widersprüche ans Licht – wie im Fall eines Atheners, der im Jahr 2010 dem Finanzamt ein Einkommen von 22 099 Euro gemeldet hatte, aber 25,9 Millionen ins Ausland überwies. Allein 2010 haben 731 Griechen knapp eine Milliarde Euro ins Ausland transferiert, vor allem nach Großbritannien, in die Schweiz und nach Zypern.

Aber nicht nur die Steuermoral vieler griechischer Millionäre ist schlecht. Als die Steuerfahnder im Juli dieses Jahres 1410 Geschäfte, Restaurants und Bars in griechischen Touristenzentren prüften, stellten sie in fast 60 Prozent der Fälle Steuerverstöße fest. Besonders beliebt: Wirte und Verkäufer stellen keine Quittungen aus. So verschleiern sie nicht nur ihre wahren Umsätze, sondern stecken auch noch die Mehrwertsteuer, die sie von den Kunden kassieren, in die eigene Tasche. Es sind also keineswegs nur die Superreichen, die in Griechenland Steuern hinterziehen.

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Der Chef der griechischen Steuerfahndung, Nikolaos Lekkas, schätzt das Ausmaß der Steuerhinterziehung auf 40 Milliarden bis 45 Milliarden Euro im Jahr. "Wenn wir davon auch nur die Hälfte eintreiben könnten, wäre Griechenlands Finanzproblem gelöst", meint er. Griechenland habe alle nötigen Gesetze gegen den Steuerbetrug, aber sie würden nicht konsequent angewendet, klagt Lekkas. Ein Grund dafür sind die chaotischen Zustände in der Finanzverwaltung. Auch Korruption spielte eine Rolle. Mit einem Schmiergeld gelingt es häufig, eine Steuerprüfung abzuwenden oder ihre Folgen zu mildern.

Mit einer Steuerreform versucht die Regierung jetzt, den Steuersündern das Handwerk zu legen. So sollen die Griechen künftig ihren gesamten Besitz in der Steuererklärung angeben, auch Bankguthaben, Wertpapiere und Immobilien im Ausland. Doch die neuen, schärferen Regeln werden nur greifen, wenn gleichzeitig die Kontrollen wirksamer werden. Und daran hapert es bisher.

Autor: Gerd Höhler


3 Kommentare

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2035

06. August 2012 - 08:04 Uhr

"Der Chef der griechischen Steuerfahndung, Nikolaos Lekkas, schätzt das Ausmaß der Steuerhinterziehung auf 40 Milliarden bis 45 Milliarden Euro im Jahr. "Wenn wir davon auch nur die Hälfte eintreiben könnten, wäre Griechenlands Finanzproblem gelöst", meint er."

Dem deutschen Michel wird aber ein schlechtes Gewissen gemacht, dass die griechische Arbeiterhausfau nichts mehr in den Kochtopf bekommt, wenn Merkel keine weiteren Milliarden überweist (was ja auch stimmt).

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Reiner Arnold

Registriert seit: 29.07.2010

Kommentare: 374

06. August 2012 - 10:33 Uhr

@Martin Mattmüller
Dem deutschen Michel wird ständig ein schlechtes Gewissen gemacht, wie man auch aus der Karikatur ersehen kann. Auf den Stühlen könnte ja auch zwei voll gefressene griechische Multimillionäre sitzen, was wenigstens zum Artikel passen würde. Das wäre aber politisch nicht korrekt, dagegen ist das German-Bashing (anderes Wort fällt mir leider nicht ein), voll im Trend und politisch akzeptiert.

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Henning Wiederstedt

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 12

06. August 2012 - 17:28 Uhr

Aber, aber - das sind doch ganz furchtbare PAROLEN, was da im Text steht, Yachten + Geldtransfers sind doch populistische Märchen, das weiß doch jeder anständige Leser. Der Grieche an sich ist arm, muß arbeiten bis 75 und dabei noch die fetten Deutschen bedienen.
Der Herr Stuttman sollte nur aufpassen, daß man auf seiner schönen Zeichnung keinen mit den Herren Gabriel oder Hodeige verwechselt.

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