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12. September 2014

Beitrag zu einer guten Mischung

Die vierten Wohnprojekttage im Basler Ackermannshof werben für gemeinschaftliche Formen des Wohnens.

  1. Blick auf Wohnhof und Fußgänger-Promenade, die die geplante Solarsiedlung Grenzacher Horn durchzieht. Die Photovoltaikanlage ist als Teil der Architektur in die Dächer integriert. Foto: visualisierung: Stiftung Abendrot/Architron

BASEL. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp in der Region; manche sprechen sogar von Wohnungsnot. Trotz reger Bautätigkeit manchenorts bestehe ein Bedarf, dass ein guter Mix an Wohnungen auf dem Markt kommt, sagt der Basler Stadt- und Projektentwickler Andreas Courvoisier. Genossenschaften, Baugemeinschaften und andere gemeinschaftliche Wohnmodelle trügen dazu viel bei. Die Wohnprojekttage am 12. und 13. September (Info) sollen diesen Formen, die längst kein Nischenmarkt mehr sind, erneut Rückenwind geben.

Über das Wer, Wie und Wo im regionalen Wohnungsmarkt werde derzeit intensiv diskutiert, sagt Courvoisier. Da hinein passten die Wohnprojekttage bestens, sagt der Organisator dieses Schaufensters, das eineinhalb Tage lang Einblick gewährt in aktuelle Projekte und Themen wie günstiges Bauen und Wohnen im Alter aufgreift. Der Fokus der vierten Ausgabe liegt auf dem städtischen Ambiente. "Mitunter haftet dem gemeinschaftlichen Wohnen das Idyll und eine ländliche Note an", erklärt Courvoisier. "Thesen und Trends beim gemeinschaftlichen Wohnen in der Stadt" lautet denn auch das Thema der Podiumsrunde zum Auftakt am Freitagabend. Darüber hinaus sei in der Nordwestschweiz seit einigen Jahren ein Revival der Wohnbaugenossenschaften zu beobachten. Diese gebe der Projektbörse am Samstag den Charakter eines Werkstatteinblicks in aktuelle Projekte, die teilweise erstmals einem breiten Publikum vorgestellt werden.

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Zum städtischen Großraum Basel zählt Courvoisier auch Grenzach-Wyhlen. Die Solarsiedlung Grenzacher Horn, die dort unmittelbar an der Landesgrenze geplant wird, ist eines von 20 Projekten, die an der Börse vorgestellt werden. Nach Plänen des Freiburger Solarpioniers Rolf Disch soll auf einer Fläche von 26 500 Quadratmetern (dreieinhalb Fußballfelder) zwischen Friedhof am Hörnli und Hochrheinbahnlinie eine Siedlung für rund 350 Menschen mit 180 Wohnungen und einem Studentenwohnhaus entstehen. Bauträger ist die Basler Pensionskasse Stiftung Abendrot mit rund 10 000 Versicherten , die unter anderem in Berlin schon Projekte realisiert hat und nun am Fuß des Hornfelsens in der Region den Sprung über die Grenze macht.

Von 2016 an sollen in zwei Bauetappen 13 Mehrfamilienhäuser realisiert werden. Zentrale Ziele seien eine durchmischte Bewohnerschaft und gelebte Nachbarschaft, ist auf der Homepage zum Projekt zu lesen. "Die Solarsiedlung soll ein lebendiges Wohnquartier und keine anonyme Schlafsiedlung werden", erläutert Courvoisier, dessen Büro in die Projektentwicklung eingebunden ist. Daher sind auch spezielle Nutzungen geplant, etwa Baugemeinschaftshäuser, ein Studentenhaus sowie Wohnungen für begleitetes Wohnen. Noch sucht die Stiftung Baugemeinschaften – eine andere Bezeichnung lautet Baugruppen –, die an der Entstehung der Siedlung mitwirken wollen. Gemeinschaftseinrichtungen sollen das Miteinander zusätzlich fördern. Der Zeitplan sieht vor, dass Mitte 2017 die ersten Häuser bezogen werden.

Wohnprojektetage Region Basel

12./13. September

Ackermannshof (St. Johanns-Vorstadt 19/21), Basel


Freitag, 17 Uhr: Auftakt zu "Gemeinschaftlichem Wohnen in der Stadt". Die Soziologin/Planerin Joëlle Zimmerli referiert und diskutiert mit Andreas Hofer (Architekt/Projektentwickler, Zürich) und Andreas Herbster (Geschäftsleiter Wohnstadt), Moderation: Christian von Burg (Radio SRF)

Samstag, 10 bis 16.30 Uhr: Projektbörse mit 20 Wohnbauträgern

Samstag, 11 bis 15 Uhr: Vorträge zu günstigem Bauen, Baugemeinschaften, Wohnen im Alter, Small Housing und Förderinstrumenten für gemeinnützige Wohnbauträger.  

Autor: gra

Autor: Daniel Gramespacher