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09. Januar 2011 17:37 Uhr

Erhebungsverfahren

Bernhard von Baden soll heiliggesprochen werden

Die Katholiken in Baden unternehmen einen neuen Versuch, Bernhard von Baden heiligsprechen zu lassen. Verbessert der bevorstehende Papst-Besuch in Freiburg den Vorstoß der Erzdiözese?

  1. Markgraf Bernhard II. von Baden Foto: Reinhard Dietrich

Nach einer Mitteilung des Erzbistums soll am Montag das entsprechende "Erhebungsverfahren für den kanonischen Heiligsprechungsprozess des Seligen Bernhard von Baden" (1428 bis 1458) formal wieder eröffnen werden. Bernhard von Baden war im Jahre 1769 seliggesprochen worden. Er ist der Schutzpatron der Erzdiözese Freiburg.

Die Erzdiözese Freiburg will nun die Voraussetzungen für eine Heiligsprechung erforschen und genau dokumentieren lassen. Dafür werde Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch Historiker und Theologen in eine Kommission berufen und vereidigen. Vom 15. Juli an soll der Antrag auf Heiligsprechung dann in der katholischen Öffentlichkeit diskutiert werden. Dem Verfahren werden vor dem Freiburg-Besuch des Papstes im September gute Chancen eingeräumt.

Der Markgrafensohn Bernhard von Baden hatte 1453 die Regentschaft über Pforzheim und etliche andere Städte der Region angetreten. Als strenggläubiger Katholik teilte er seine Einnahmen mit den Armen und der Kirche. Nach wenigen Jahren übergab er das Zepter seinem Bruder und wurde persönlicher Gesandter von Kaiser Friedrich III. In dieser Eigenschaft sollte er für einen Kreuzzug gegen die Türken werben. Diese hatten im Jahr zuvor Konstantinopel erobert, das Habsburgische Kaiserhaus plante eine Rückeroberung.

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Bernhards Grab ist ein Wallfahrtsort

Daneben nahm er im Auftrag von Kaiser und Papst an zahlreichen Friedensverhandlungen in ganz Europa teil und wird deshalb als "Friedenskünder" ebenso verehrt wie für sein von Glauben und tiefer Religiosität geprägtes Leben. Er starb im Alter von nur 30 Jahren an der Pest, beigesetzt wurde er im oberitalienischen Moncalieri. Sein Grab wurde rasch zu einem Wallfahrtsort, an dem sich zahlreiche Wunder ereignet haben sollen. Auch im Erzbistum Freiburg ist ein Wunder aus dem vorigen Jahrhundert dokumentiert. Bernhard von Baden wurde 1769 seliggesprochen. Die nächste Stufe dieses Prozesses wäre die Heiligsprechung gewesen. Markgraf August Georg von Baden-Baden verzichtete allerdings auf diesen Schritt, wohl wegen der nicht unerheblichen Kosten eines solchen Verfahrens.

Bernhard wurde von der katholischen Markgrafschaft Baden-Baden zum Schutzpatron erkoren; das Erzbistum Freiburg hat diese Tradition übernommen. Der Gedenktag Bernhards ist der 15. Juli.

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Autor: kna