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05. Juli 2016

Jetzt ist der Grundstein gelegt

Feierlicher Akt zur Errichtung des neuen Biederbacher Rathauses / Bürgermeister sprach über Geschichte und Vorplanungen .

  1. Der Grundstein ist gelegt: Volksbank-Vorstand Martin Reichenbach, Bürgermeister Josef Ruf und Architekt Klaus Wehrle (hinten); Gemeinderat Jürgen Allgeier und Bauunternehmer Timo Disch verschließen die Aussparung (vorne, jeweils von links). Foto: Nikolaus Bayer

BIEDERBACH. "Dies ist ein Tag der Freude und ein Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde Biederbach." Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Josef Ruf die Grundsteinlegung für das Biederbacher Rathaus ein. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger hatten sich zu dem feierlichen Akt in der Dorfmitte eingefunden. Nachdem die Stützwand zur Hangsicherung fertiggestellt und das Fundament eingebracht ist, kann das neue Rathaus nun in die Höhe wachsen. Ende März 2017 soll es fertiggestellt sein.

Am 30. Juni, um 19 Uhr, war es soweit: Bürgermeister Josef Ruf, Architekt Klaus Wehrle und Martin Reichenbach vom Vorstand der Volksbank Breisgau Nord eG nahmen die Grundsteinlegung vor. Gemeinsam setzten sie die in einem Holzkasten befindliche, zuvor zugelötete Kupferkassette in eine Aussparung der Bodenplatte. Darin eingelegt wurde der Bauantrag der Gemeinde mit den Plänen der Carré-Planungsgesellschaft, ein Exemplar des Buches "Biederbach" von Alfred Allgeier, Tagesausgaben der Badischen Zeitung mit Jubiläumsbeilage und des Elztäler Wochenberichts sowie das Biederbacher Mitteilungsblatt aus der 26. Woche des Jahres 2016. Teure Goldmünzen als Beilage hatte die Gemeinde keine übrig; Schatzsuchern künftiger Jahrhunderte bietet die Kassette also keinerlei Anreiz. Von Gemeinderat Jürgen Allgeier und Bauunternehmer Timo Disch wurde sie fachkundig einzementiert.

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Das künftige Rathausgebäude mit einer Nettogesamtfläche von 596 Quadratmetern wird im Erdgeschoss die Volksbank, im Ober- und Dachgeschoss die Gemeindeverwaltung aufnehmen. Allein der Bürgersaal wird mit 65 Quadratmeter fast doppelt so groß werden wie sein Vorgänger. "Der Neubau erfüllt die in Zukunft steigenden Anforderungen an eine moderne Verwaltung und bietet Barrierefreiheit", sagte Bürgermeister Josef Ruf. Er ging aber auch auf das lange Warten der Gemeinde ein und blickte zurück in die Geschichte.

Seit Mitte der 90er-Jahre beschäftigte sich der Rat mit der Sanierung und – mangels Umsetzbarkeit – ab 2010 mit dem Neubau des Rathauses. Bis 2013 versuchte man vergebens, damit ins Landessanierungsprogramm aufgenommen zu werden. Erst 2014 mit der Förderzusage aus dem Ausgleichsstock durch das Regierungspräsidium wurde der Weg für die Planung frei. Die Gesamtkosten für das Rathaus werden sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen. 900 000 Euro wird die Gemeinde selbst schultern müssen. "Wir machen in Biederbach immer erst etwas, wenn wir es uns leisten können," fügte Ruf, abweichend von seinem Redetext, hinzu. Als notwendiges und gelungenes Vorgehen bezeichnete er die Beauftragung von vier Architekturbüros mit Vorentwürfen. Aus ihnen hat das Preisgericht aus Gemeinderäten, Bürgermeister und externen Fachleuten im November 2014 das Konzept des Bleibacher Büros Carré als besten Entwurf ausgewählt. Ein Jahr später wurde dann der Bauantrag gestellt.

Das erste, jetzt abgerissene Rathaus war 1897 gebaut worden, ebenfalls nach Bleibacher Muster. Zuvor hatte die Verwaltung in der – benachbarten – Gemeindewirtschaft "Zum Hirschen" residiert, die als Eigentum der Gemeinde fortlaufend verpachtet war. Dort im Lokal fanden die Sitzungen statt und tagte das Gemeindegericht. Erst mit dem separaten Rathausbau konnte der damalige Ratschreiber Burger die Wirtschaft erwerben.

Zur Grundsteinlegung redete auch Klaus Wehrle, Architekt und Chef der Planungsgesellschaft Carré. Er versprach den Biederbachern einen "modernen und ins Dorf passenden architektonischen Beitrag". Die Gemeinde beglückwünschte er, sich im immer wieder herausfordernden Wettbewerb der Ideen für den Vorschlag eines Holzbaus in den oberen Etagen entschieden zu haben. Den Planungsauftrag für dieses repräsentative Gebäude bezeichnete er als "besondere Auszeichnung".

Im Nachklang zur Feier gab es für alle Sekt an der Baustelle, spendiert von der Gemeinde, bei strahlendem Sonnenschein.

Autor: Nikolaus Bayer