Neuerscheinung

"Black food Forest" bringt Rezepte, Trachtenfotos und Schwarzwaldgeschichte(n) zusammen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 10. Dezember 2018 um 14:41 Uhr

Gastronomie

Als einen weiteren Beitrag zum Heimattagejahr 2018 darf man die Neuerscheinung des Buches "Black food Forest" begreifen, in dem Menschen, Kulinarisches und Geschichte zusammengeführt werden.

Inspiriert von einem alten Kochbuch aus dem 18. Jahrhundert voller Rezepte aus dem Schwarzwald setzt der Fotograf Michael Wissing Gerichte wie Brotsuppe, Dampfnudeln, Rosen-Sulze, gefüllte Schnepfen und Kaffee-Consommé in Szene. Die Kunst- und Porträtfotografin Claudia Thoma zeigt mit ihren Aufnahmen, wie der Schwarzwald seine Bewohner formte und formt. Beide Fotografen sind überregional bekannt. Wissing hat ein Studio in Winden, Thoma in Waldkirch.

Die Fotografien und Rezepte treffen im Buch auf Geschichten über unsere Region und vor allem die Menschen, die hier leb(t)en, die ältesten unter den gezeigten sind Leopold Ambs (1836-1920) und Fidel Kaltenbach (1851-1928). Die meisten Geschichten sind räumlich in Simonswald, vor allem auf dem Wisdishof, angesiedelt. Gegründet wurde dieser Hof in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Mathias Weis, durch Heirat gelangte der Hof 1728 in den Besitz der Familie Widmann und 1857 an die Familie Kaltenbach. In einer Hofchronik hat Thomas Kaltenbach die Familiengeschichte zusammengetragen.

Im Buch "Black food Forest" erfährt man von Wilhelm Trenkle (1894-1971) und Emma Schneider (1884-1971). Barbara Fischer (1893-1967), Theresia Fischer (spätere Trenkle, 1900-1979), Maria Trenkle, spätere Kaltenbach (1925-2016), Josef Haas (1913-1984), Maria Haas (geboren 1952, seit 1979 verheiratete Kaltenbach), Franz Schindler (geboren 1936), Andreas Kaltenbach (1877-1962), Rosa Hummel (1890-1962, ab 1907 Kaltenbach), Karl Kaltenbach (1908-1943), Wilhelm Kaltenbach (1922-1991). Crescentia Socher (geboren 1918, ab 1940 verheiratete Kaltenbach), "erzählt" ebenfalls, aufgeschrieben von den Buchautoren, wie sie auf den Wisdishof kam.

Geschichten und Gedichte von unterschiedlichen Autoren ergänzen das Buch, so beispielsweise Ernest Hemingways "Forellenfang in Europa", Bertolt Brechts "Die schwarzen Wälder aufwärts", "Der Schwarzwald" von Mark Twain sowie Texte von José F. A. Oliver, Girgis Shoukry, Wilhelm Hauff und anderen. BZ-Redakteur Dominik Bloedner schreibt über "Idylle, Industrie, Innovation".

Das Buch ist in Deutsch und in Englisch verfasst. Die Rezepte sind in ihrer Originalversion abgedruckt, das heißt, auch in der damaligen Schreibweise (zum Beispiel Ey statt Ei) und alten Maßeinheiten (wie Nösel oder Loth), die aber im Buch erklärt werden.

Das Buch: Michael Wissing: Blackfoodforest. Das kulinarische Erbe des Schwarzwaldes in Text und Bild. Verlag Gräfe und Unzer (GuU). 144 Seiten, etwa 150 Fotos. Pappband. ISBN 9783833865244. 49 Euro.

Weihnachtsmarkt: Auf dem Wisdishof findet am Samstag, 15. Dezember, von 17 bis 22 Uhr, und am Sonntag, 16. Dezember, von 14 bis 19 Uhr, ein Weihnachtsmarkt statt. Mit dabei sind Birgit Stein (Lampen), Markus Haas (Holzgestaltung), Karin Wölfle-Scherer (Textilarbeiten), Tobias Jantzen (Holzgestaltung), Michaela Kindle (Fotografie), Stephanie Freitag (Perlenbrennerei), Rashmi Müller (Schmuck und Malerei). Außerdem Bewirtung. Der Hof hat die Adresse Hornweg 4 in Simonswald (bitte nur asphaltierte Wege benutzen!)