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21. Januar 2011

Die Volksbildung kommt teurer

Jahresdefizite des Volksbildungswerkes Bötzingen steigen.

BÖTZINGEN/EICHSTETTEN. Das Volksbildungswerk Bötzingen (VBW) hat in den letzten Jahren stetig größere Defizite erwirtschaftet. Auch im nun begonnenen Jahr 2011 wird der Fehlbetrag, der durch den Gemeindeverwaltungsverband Kaiserstuhl/Tuniberg getragen wird, voraussichtlich wieder steigen. Die Verbandsversammlung hat beschlossen, nun auch die Umlage ihrer Gemeinden Bötzingen, Eichstetten und Gottenheim zu erhöhen, um 10 Cent auf 5,40 Euro je Einwohner, um so den Verbandshaushalt 2011 zu finanzieren.

Ursachen für das steigende VBW-Defizit sind zum einen, dass seit 2003 die Zuschüsse des Landes gedrosselt wurden und die des Kreises seit 2005 sogar ganz entfielen. Zum anderen sind höhere Teilnehmergebühren für einzelne Angebote kaum durchsetzbar, wenn diese genügend Teilnehmer finden sollen. Insgesamt ist die Zahl der Teilnehmer und der angebotenen Kurse seit einigen Jahren etwa gleichbleibend, die Kosten sind dabei nur mäßig gestiegen. Das liegt auch daran, dass die Dozentenhonorare nicht mehr erhöht wurden. Das könnte mittelfristig Probleme bereiten, wenn Anbieter attraktiver Kurse für real immer weniger Honorar nicht mehr zu gewinnen sind.

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Bei der Vorlage der Jahresrechnung des Verbandes und des VBW-Jahresberichts für 2009 durch VBW-Leiterin Cornelia Jaeger und Kämmerer Gustl Brenn in der Verbandsversammlung wurde auch deutlich, dass das wirtschaftliche Krisenjahr 2009 auch an dieser Einrichtung der Erwachsenen- und Jugendbildung nicht spurlos vorbei gegangen ist.

Angeboten worden waren 279 Kurse, etwas weniger als im Schnitt aller Jahre seit 2000; im Jahr 2008 waren 283 Kurse angeboten worden. Stattgefunden haben aber nur 193 Kurse; bis auf das Jahr 2005 (von 293 angebotenen Kursen fanden 197 statt) war hier das Ergebnis in allen Jahren seit 2003 aber besser. Die Teilnehmerzahl von 2140 Personen lag sogar so tief wie seit 2002 nicht und war gegenüber dem Vorjahr 2008, als die bisherige Rekordzahl von 226 Kursen stattfand, um 426 Personen gesunken. Da viele lange, mehrteilige Kurse stattfanden, ist die Zahl der angebotenen Unterrichtseinheiten nur leicht von 3545 auf 3491 gesunken.

Beim direkten Vergleich der Jahre 2008 und 2009 zeigt sich, dass das Interesse an Sprachkursen hoch geblieben ist, mit 994 stattgefundenen Unterrichtseinheiten (949 im Vorjahr 2008). Im Bereich Politik/Umwelt/Gesellschaft stieg die Zahl der Unterrichtseinheiten von 378 auf 458 Einheiten, es gab aber weniger Teilnehmer. Umgekehrt sank bei den Gesundheitskursen die Zahl der Unterrichtseinheiten von 1169 auf 1059, dafür zählte man hier mehr Teilnehmer als 2008. Rückgänge bei den Teilnehmerzahlen wie bei den Unterrichtseinheiten (von 907 auf 860) gab es im Bereich Kultur und Gestalten. Die Angebote im Bereich Arbeitswelt – vor allem Computerkurse – sanken von 142 auf 120 Unterrichtseinheiten, da hier Kenntnisse inzwischen vielfach verbreitet sind oder auf anderen Bildungswegen erworben werden.

Jedenfalls ist das Defizit des Volksbildungswerks nun von 28 514 Euro im Jahr 2008 auf 32 636 Euro gestiegen; noch im Jahr 2000, als es noch höhere Zuschüsse vom Land und Kreis gab, lag das Defizit erst bei 12 143 Euro. Für das noch nicht abgerechnete Jahr 2010 waren im Etatplan 35 500 Euro als Defizit veranschlagt worden, für das nun begonnene Jahr 2011 verabschiedete die Verbandsversammlung im Haushaltsplan einen Ansatz für ein Defizit des Volksbildungswerks sogar in einer Höhe von 40 500 Euro.

Autor: Manfred Frietsch